“Fregatte

Indienststellung 23.06.1964 in Hamburg

Bilder von Roland Berghorn (11)

Roland

Wie alles mit der F225 begann

Wie alles begann…….
am Anfang, da war das Feuer und der Stahl, der in den Kesseln bei Krupp in Essen geschmolzen, gegossen und geformt wurde………!

wie die Fregatte Braunschweig das Licht der deutschen Marine erblickte.

Mit der Gründung der BRD und der Gründung der Streitkräfte inklusive der Marine. konnten die Anforderungen der NATO an die junge BundesMarine vorerst nur durch Übernahme von Geleitzerstörer der Hunt und der Black-Swan Klasse britischen Herkunft erfüllt werden.

Bei der Umrüstung auf deutsche Verhältnisse und Bedürfnisse, wurden schon die ersten Entwürfe für die neuen deutschen Geleitboote ausgeführt und umgesetzt.

Erste Planungen und der erste Entwurf von1955, sahen als Nachfolger und Ersatz der damaligen sieben Schulfregatten, die neuen Geleitschiffe mit der Bezeichnung „ Geleitboote der Klasse55“, vor.G1 bis G6
..später erhielten sie die Namen von großen bundesdeutschen Städten…..
Geleitboot 1 erhielt den Namen „ Köln „ woraus sich der Name der Schiffsklasse ergab. Köln-Klasse…

Bis 1965 fuhren die Schiffe unter der Bezeichnung Geleitboot wurden dann zu Fregatten unklassifiziert und trugen die Bezeichnung „Fregatten der Klasse 120“

Bauwerft wurde die H.C. Stülcken Sohn Werft in Hamburg.

Der Auftrag sah sieben Geleitboote mit einem Kostenvolumen von ca. 70 Millionen DM pro Schiff, vor.

Am 21.12.1957 erfolgte die Kiellegung der Köln (F 220)mit der Baunummer 881.

1960 war es dann endlich soweit,………………
an einem sonnigen Vormittag um 10:30 Uhr am 28.07 des Jahres 1960 wurde auf der Hallig mit der Baunummer 886, durch Herrn Vorarbeiter Margowski, unsere Braunschweig auf ihren Kiel gelegt.

Bei der Braunschweig „Geleitboot 6“ konnten die Erfahrungen, die man beim Bau der Geleitboote G1 bis G5 gemacht hatte, optimieren und anwenden, um so eine Höchstleistung an deutscher Ingenieurskunst in unsere Braunschweig zu konzentrieren.

Heraus kam das gefühlt schönste Schiff der jungen deutschen Marine und die damalige Oberbürgermeistersterin der Stadt Braunschweig Frau Martha Fuchs taufte es am 3 Februar1963 auf den Namen….

Braunschweig

Nach Informationen ehemaliger Werftarbeiter, wurde beim Bau des Glattdeckrumpfes nicht, wie bei ihren Schwesterschiffen, der Schiffsbaustahl ST 52 verwendet, sondern ST 52.1…..!

In alten Werftberichten, findet man Angaben woraus hervorgeht, das beim Bau der letzten Fregatte der Schiffbaustahl zur Neige ging. Beim Bau der ersten fünf Fregatten hatte man noch reichlich Schiffsbaustahl von Typ ST 52. Um eine Terminverzögerung zu verhindern , wurden von Blohm und Voss, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Stülcken Werft lag, Stahlreste, die beim Bau Schlachtschiff „Bismarck“ verwendet wurden, eingeschmolzen und bei der Fertigstellung der vorderen Schiffssektion im Bereich der Vorpick verwendet.
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Auch bekam unsere Braunschweig nicht, wie die anderen Geleitboote, je zwei KaMeWe-Propeller, sondern zwei dreiflügelige Verstell-Propeller mit einem Durchmesser von 2,95 mtr. der Firma Escher-Wyss….

bei der Fernsteuerung der Antriebsanlage gab es deutliche Unterschiede….unsere Lady hatte eine Anlage der Firma Philips, die anderen von der Firma Westinghouse, was einen deutlichen Unterschied bei der Endgeschwindigkeit zur Folge hatte.

Bei der Länge über alles war die Braunschweig mit 109,90m, um 7cm länger als die anderen Boote mit ihren 109,83 mtr.
Um ihre höhere Geschwindigkeit, gegenüber der anderen Boote des Geschwaders bei Gasturbinenfahrt gerecht zu werden, wurden der Braunschweig an den Ansaugschächten 11 statt 10 Lammelen angebracht, was zu einer höhere Ansaugleistung führte und somit zu eine höhere Geschwindigkeit.
Es wurde bei einer Meilenfahrt unter optimalen Bedingungen mehr als 35 Kn. über Grund gemessen, s. Eintrag ins Logbuch……
So oder so soll es gewesen sein, von Seemannsgarn kann keine Rede sein!!

Text von Roland Berghorn (11)

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Der Vorpieksfahrer

Umweltschutz bei der deutschen Marine

Ein alter Hut………

Die neue Marine bzw. deren Schiffe und Boote unterliegen heute strengen Auflagen und Gesetzen….Müll ist nicht gleich Müll,
Mülltrennung, grüner Punkt,  Altglas und Papier, Bio-Müll,Römer, brennbare und nichtbrennbare Stoffe, usw….. Moderne Kriegsschiffe sind heute mit Mülllasten und Müllverbrennungsanlagen ausgerüstet, die den heutigen Vorschriften des Umweltschutzes entsprechen.

Auf den Schiffen gibt es Müllverbrennungsanlagenfahrer als eigene Verwendungsreihe.

Wie gesagt, ein alter Hut, den hatten wir früher auch, nur hieß der bei uns

„Der Vorpiekfahrer“.

Hier beim Einarbeiten eines Mitarbeiter-der Maat.

UweDer Vorpieksfahrer ohne Kopftuch,

Zu einer Zeit als Umweltschutz noch ein Fremdwort war, entwickelte der Vorpiekfahrer eine Methode, um den an Bord anfallenden Müll, Umweltverträglich und Gesundheitsschonend zu entsorgen. Er entwickelte in jahrelanger Vorpickskleinarbeit den Brand-und Richtfeuer-Abfallturbo 2.25, auch die B_R_A 2.25 genannt.

BR1    Br2

 hier das Urmodell                          Forschungsmodell

In der Müllentsorgungsfachwelt ein Novum.

Sicherheit und ein bedienerfreundliches Konzept,
„ was oben rein geht, kommt unten nicht wieder raus“
war nur eine von vielen Neuerungen die in die BRA 2.25 einflossen.

Die BRA 2.25 sah vor, sämtlichen anfallenden brennbaren Müll, in einem ausgeklügelten System unter hoher Hitzeentwicklung und Brandbeschleuniger (Turbo) zu Terminieren und in einen umweltverträgliche kompostierbare streufähige rauchbaren Restmüll
umzuwandeln, der als Fischfutter und Gabe an Neptun den Herrscher aller Meere und Tümpel in den natürlichen Kreislauf aller Rohstoffe wieder zurückzuführen.

1 2hier beim Aufbau einer Testreihe

Luft-Müll-Gemisch stimmt!

Zu Sicherheit und Notabschaltung sah der Vorpickfahrer ein Absprengen der B_R-A 2.25 von Rest des Schiffes vor. Zu diesem Zwecke waren an Stb. und Bb. Seite jeweils eine mit Wärme-und Hitzesensoren ausgestattete Absprengvorrichtung angebracht.

Das Wabo Hagenuk Abklappsystem.

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Hier das Bild einer Testabtrennung mit der Wabo Hagenuk

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Über ein ausgeklügeltes Kühlsystem konnte der Vorpickfahrer ein Überhitzen, bzw ein Abschaltender B-R-A 2.25 vorbeugen.

Das KüWaKlo

5Die BRA 2.25 wurde auch als Signal und Richtfeuer für andere Marineeinheiten konzipiert und durch eine spezielle Art der Befeuerung und unter Zugabe von Styropor konnte der Vorpickfahrer ein Morsecode, das an die Rauchsignale der Indianer erinnert, entfachen und so mit anderer Marineeinheiten kommunizieren . Während eines Seemannssonntags auf See schaffte es der Vorpiekfahrer, einen in ca.118 Seemeilen entfernt operierenden Hubschrauberträger der US Navy „Anzusmoken“ und einen Mittelschweren Transporthubschrauber Typ Chinnok CH-47 anzufordern der auch kurze Zeit später achtern auftauchte und sich in Höhe des BRA 2.25 positionierte.

6hier Archivaufnahmen

Ich kann mich noch gut an die wohlwollenden Blicke der Hubschrauberbesatzung erinnern,die uns durch Gesten und nonverbaler Kommunikation zu verstehen gaben, wie toll sie die Erfindung des Vorpickfahrer fanden

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Um die Präzision der B-R-A 2.25 zu demonstrieren, gab der Vorpickfahren der Hubschrauberbesatzung die Anweisung sich bis auf 30 mtr. über Kartennull hinter dem Heck der Braunschweig zu positionieren.

Beim so genannten „ansmoken“ kam es leider zu einer Versmokung im Rauchsignal-Abd. So das der Smokspruch nicht „über sondern unter Kartennull“ herauskam.

810Anschließende Verhandlungen mit dem nordamerikanischen Verteidigungsminister und der Heimatfront ergaben im Rahmen der NATO und deutschen Marine einen Austausch und der Herausgabe der Konstruktionspläne für den BRA 2.25 des Vorpickfahrer.

 

Hier eine Studie zum kombinierten Versmoken und Kesselwasserspeisung

1112Der Vorpickfahrer bekam eine Kiste Perry und 2 Tage Sonderurlaub auf See.
Jahre später brachte die US Navy  und der nationale Katastrophenschutz der USA einen verbesserten und auch für den Hausgebrauch verwendbaren Rauchgasfeuersignalgeber, auch Smoker genannt, auf den Markt.

Der B_R_A 2.25 kommt heute in fast allen Marinen zum Einsatz.
Der B_R_A 2.25 wird heute in einem Modulsystem auf den neuen Fregatten vom Typ 126 verwendet.

Das vom Vorpickfahrer bevorzugte Frischluftsignalmüllen
wird nur noch selten und wenn, auch fast ausschließlich nur noch in der Freizeit und Sportbootsignalschifferei angewandt.

13 14Hier Archivaufnahmen

Hier unter Volllast

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hier eine Aufnahme eines geglückten Fernsmoken nach Art des Hauses

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in diesem Sinne…….was oben reinkommt, kommt unten nicht wieder raus!!!!!!

 Der Vorpickfahrer hat auch ein Verfahren zur Altglasentsorgung in internationalen Gewässern entwickelt.

Demnächst mehr…………….Gruss