Der Farblastfahrer

“Fregatte

Kurzgeschichten aus der Vorpick,

heute: Die weiße Flotte, eine wissenschaftlichen Arbeit

Der Farblastfahrer stellt die Behauptung auf, es gab und gibt keine weiß gepönte Zerstörer oder Fregatten in der Deutschen Marine. Jetzt werden viele sagen, ja, aber, hat der was auf den Augen .

Betrachtet man div.Fotos und Bilder sieht man doch ganz genau, das einige Schiffe der Bundesmarine ein weißes Kleid tragen.

Der Farblastfahrer sagt…Tarnung ist alles.

Zum meinem Leidwesen tauchen immer wieder vermeintliche Bilder der Braunschweig auf, die laut Verfasser, die F225 in einem weißen Kleid bzw. in einen weißen Anstrich zeigen. Die weißen Schwäne der Nordsee….ich kriege das Kotzen! Und wieso Nordsee?

Mir bluten die Augen und mein Herz als alter Farblastfahrer geht aus dem Kurs

Meinen Unterlagen zu folge bekamen die Neubauten der Köln-Klasse entsprechend der Allgemeine Baubestimmung Nr.31 für Überwasserkampfschiffe des Bundesministeriums für Verteidigung und der Nato zur Tarnung vor diversen Gegner/Feinden einen einheitlichen Anstrich in blau/grau Tönen.

Die Neubauten der neuen Marine der BRD erhielten den neuen Essofarben Anstrich.

Eine Entwicklung der Europa Solarium Shading Organisation.

Wobei es sich bei dem Besagten Essofarben Anstrich nicht um den Farbton RAL 5005 Signalblau handelt , der Typisch für die ESSO war, sondern war der Essofarben Anstrich ein robusten neutraler 1 Komponenten Anstrich der den Ansprüchen der wachsenden Petro-Industrie gewachsen war.

Die Bundesmarine nutzte diesen neuartigen Anstrich, der bei ESSO für die Öltanker entwickelt wurde, da dieser wenige anfällig gegen Umwelteinflüssen bzw. gegen aggressive Kraftstoffe war.

Die Schiffe der NATO und der neu entstandenen Bundesmarine erhielten diesen einheitlichen Anstrich, wobei anfänglich der Farbton den Bündnispartner noch freigestellt war. Dieses wurde ab 1985 einheitliche geregelt und alle NATO Mitglieder erhielten einen Einheitliche Farbgebung bei den Überwasserkampfschiffen.

Bis 1972 wurden die Überwasserkampfschiffen (Dickschiffe) wie folgt gepönt .

RAL 7016 Anthrazitgrau Kiel Farbe bis zur Wasserlinie um U-Booten optisch zu erschweren wo der Rumpf des Schiffes ist und der Boden des von oben (Luftbild) sichtbaren Decks um Flugzeugen die Sicht zu erschweren =Wasserfarbe

Ab 1980 löste RAL 7012 Basaltgrau das Anthrazitgrau 7016 ab.

RAL 7000 Fehgrau

Rumpf Farbe oberhalb Wasser gegen andere Schiffe, weil alle Beobachter die nicht direkt auf dem Wasser aufliegen (wie z.B. Schlauchboote) von der Brücke einen feindlichen Überwasserkampfschiff das Schiff aus einer Perspektive sehen, das ein kleiner Teil des Rumpfes unterhalb des Horizont ist, somit die Farbe des Meerwasser Tags und während der Dämmerung inkl. Gischt am ähnlichsten ist.

Der obere „Rest“ des Schiffes soll im Himmel verschwinden, darum RAL 7035 Lichtgrau für alle Decks und Hochaufbauten , Radar, Antennen, Dome und Brücke. Es ist dunkler als bloße Wolken aber helleren als der Wolkenlosen Himmel, somit ein guter Kompromiss.

Später wurde RAL 7035 durch das heute bekannte RAL 7000 Fehgrau bei allen Marinen der NATO einheitlich eingeführt.

Die Farbe Weiß ist ein genau definierter Farbton.

Man betrachte das folgende Foto , entstanden beim Stapellauf der Braunschweig

Dem geschulten Auge wird vermeintlich auffallen, das der Schiffskörper der Braunschweig in Weiss gehalten ist. Bei genauer Betrachtung wird man aber bemerken, dass Podium für die Taufpatin aus Braunschweig und der angereisten Admiralität unterscheidet sich doch deutlich vom vermeintlichen Weiß der Braunschweig .Das Podium ist zweifelsfrei in Weiß gehalten , wobei das Weiß der Braunschweig eher schmutzig wirkt……also doch Gräulich bzw. helles Grau sprich Lichtgrau RAL 7035

Oder hier, betrachtet man die Besatzung die in Paradeaufstellung an Oberdeck angetreten ist. Das Foto entstand bei der Indienststellung der Braunschweig am 16 Juni 1964. Dem geschulten Auge wird auffallen, das

die Mützenbezüge und Uniformteile sich deutlich von dem vermeintlichen Weiß der Aufbauten abhebt. Es kann mir keiner erzählen das zu diesem und auch späteren Zeitpunkt die Mützenbezug nicht in einem schneeweißen Ton getragen wurden…..oder? ich möchte erst gar nicht die Aufmerksamkeit auf das Rednerpodium lenken

Betrachtet man zufällig den Kontrast der Aufbauten im Verhältnis zur deutschen und der britischen Admiralität insbesondere der Mützenbezüge, wir dem Verfechter der Weißen Flotte das Auge schmerzen .Die gebrasten Deckel seiner Admiralität leuchten in einem schneeweißen Farbton, wobei die Aufbauten eher in einem Lichtgrau daherkommen . Ich denke nicht das der britische Admiral etwas anderes als einen weißen Mützenbezug trägt……..fragen? Punkt.

Farbe ist ein durch das Auge und Gehirn vermittelter Sinneseindruck, der durch Licht hervorgerufen wird.

Scheinbar gibt es bei den Vertretern der Weiß- Fraktion ein Kommunikationsprobleme zwischen Auge und Gehirn.

Auch kann es zu Verwechslung mit den Butterschiffen der Weißen Flotte kommen. Hier bezeichnet man mehrere deutsche Fahrgastschiffgesellschaften sowie auch die Gesamtheit ihrer jeweils (meist weißen) Fahrgastschiffe als die Weiße Flotte.

Richtig aber ist, das es Überlegungen gab ,die Farbe Weiß als Tarnfarbe zuzulassen, besonders schien diese Art der Tarnung für die neue entstandene U-Bootwaffe Sinn zu machen. Die Taktik sah vor, das die U-Boote in der Nacht den Kampf gegen Überwasserziele mit Bord Waffen aufnahmen. Da das U-Booten im aufgetauchten Zustand ein leicht auszumachendes Ziel war, wurden U-Boote oberhalb der Wasserlinie in Cremweiss gestrichen.

Ich höre jetzt schon wieder die Skeptiker unter euch….Waaas weißes U-Boot in der Nacht , der Spinnt der Farblastfahrer ……………….gut ,eine Frage an alle: welche Farbe hatte der Eisberg, mit dem die Titanic in der Nacht zum 14. April 1912 gegen 23:40 Uhr kollidierte ? …..noch FRAGEN

Hier das Original

Selbst Nachfragen beim Ministerium der Verteidigung und beim Amt für Wehrtechnik und Beschaffung konnte oder wollte mir keiner bestätigen, das die Schiffe der Marine jemals einen weißen Anstrich zu Schiffstarnung erhalten haben.

Meine Behauptung bezieht sich hierbei nur auf die Fregatten der Köln-Klasse und den Zerstörer 101 der Hamburg -Klasse, also den Kampfeinheiten der Flotte. Unterstützungseinheiten und Versorger bzw. Boote der Flotte finden hier keine Beachtung oder Achtung. Schulschiff Deutschland und die Gorch Fock bilden eine Ausnahme, da diese Einheiten keinen militärischen Zweck dienen bzw. einen unklaren Ausbildungs und Represaliauftrag hatten und daher in eine neutrale Farben gehalten wurde…..!

Hierzu habe ich einen Recherche Anfrage an das Militärhistorisch Archiv in Freiburg gestellt….hört-hört

Das Bundesarchiv hat mir dazu wie folgt geantwortet

 

BMVg Bonn, den 01.04.1969
Abt. Marineamt

Betr.: Ergänzung der MDv 13/5 „Tarnanstrich Marine“

ZDv Nr.31 hier Fachanweisung Anstriche und Tarnung in der Flotte und dem Flottenkommando gem. NATO-BEFEHL Nr.2122..1969 Einheitliche Tarnschema für zur See fahrender Einheiten.

Die folgende Ergänzung ist mit dem Tage der Bekanntgabe, spätestens jedoch bis zum 31.07.1969 in die MDv 10/5 (Tarnanstrich für Überwasserfahrzeuge der Marine) einzuarbeiten. 

Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung Entnommen aus Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung

Für alle Seegehenden Einheiten der deutschen Marine gilt Befehl Nr.Pa.3122 von 1958 /MDv der Marine Abschnitt 5.2. Farben der Außenanstriche

Überwasserschiffen und Betriebsfahrzeuge ausgenommen WFS „Planet “ SSS „Gorch Fock“, Öl-und Fäkalienschuten, Bereitschaftsboote ,Kutter, Pinassen und Beiboote ,Landungsboote, Schulschiff Deutschland

Herabsetzen der Sichtbarkeit in See bei Tag einheitlicher grauer Anstrich Gemisch Schiffstarnfarbe Nr.31 Hellgrau /Fehgrau

In der Dämmerung/Nacht operierende Einheiten einheitlicher Anstrich Schnellbootsweiß =Gemisch Schiffstarnfarbe Nr. 30 ( weiß ) und Nr.31 (grau) im Verhältnis 2:1

Dieser Regelung zur einheitlichen herabsetzen der Sichtbarkeit“ Tarnung“ wurde bis 1972 durch den ständigen Befehl der Nato/Flotte geregelt.

Ab 1972 regelte das Bundesamt für Wehrtechnik das Tarnschema für alle Einheiten der Bundeswehr und ziviler Institutionen.

Ab 1985 Regelten die Mitglieder der Nato die Tarnschemen ihrer Einheiten in einer einheitlichen Farbgebung. Das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe regelt hierbei auch die Tarnmuster für das Meer

Die Verwendung der Farben bei der Bundeswehr ist durch die Technischen Lieferbedingungen des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung BWB geregelt

Tarnanstrich erfolgt gem. Einsatzprofil der jeweiligen Einheit. Weiteres Regel ZDV 31.2 der Marine von 3/1959 hier: Sonderanstriche der Bundes Marine.

Die BASF Badische Anilin- & Soda-Fabrik Aktiengesellschaft und die I. G. Farben AG waren bis 1972 durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung für die Ausstattung und Belieferung der Bundswehr mit Farben, entsprechend der Fachanweisung“ Anstriche und Tarnung“ des Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung beauftragt. Anfragen beim Stammwerk der BASF in Ludwigshafen ergaben, das Auskünfte aus deren Archiven erst ab Ablauf der Verjährungsfristen im Oktober 2021 mit dem Hinweis der Geheimhaltung und der Urheberrechte aus den Patenrechten erfolgen dürfen.

Folgende Lichtbildaufnahmen wurden in den Archiven des Militärarchiv gem. Ihres Rechercheauftrags Nr. 324/2017 hier zum Thema„ Weiße Flotte“ gefunden.

Zum Rechercheauftrag „ Die weiße Lady“ wurden in den Beständen des Militärarchives folgende Treffen angezeigt:

Recherche zum Thema“ Weiße Flotte“ ergab………….

 

Weiße Flotte von Helgoland

Weißer Schwan der Ostsee

 

Die Weiße Lady von Schlicktown

Abschließen kommen wir und der Prüfungsausschuss des Bundesarchives zu dem Ergebnis,

das es zum jetzigen Stand der Recherche,

  • keine eindeutigen Erkenntnisse und
  • oder Beweise gibt, die einer Behauptung,
  • es gab und gibt weiße Schiffe in der Marine ,

standhalten würde.

Im Auftrag für das Bundesarchiv

Die Kosten für diesen Rechercheauftrag trägt der Auftraggeber oder die Ungläubigen unter Euch!!!

Gez. Der WPA und Farblastfahrer

PS: na……alles klar oder noch Fragen?

2 Gedanken zu „Der Farblastfahrer“

  1. Hi Roland, Du hast Dir mit Deiner Recherche viele Mühe gemacht, aber da muß man ja schon einige Semester für studiert haben um das alles zu begreifen, lach!!.
    Aber, es ist mir inzwischen egal welche Farbe unsere Lady hatte, op Hell-Weiss, Dunkel-Weiss, Alt-Weiss oder sonstige Weiss-Töne, ich weiß nur, wenn sie grau gewesen wäre, hätte sie keine dunkle Kennzeichnung (F225) gehabt, Amen!!!!!

  2. Es ist mir inzwischen egal welche Farbe unsere Lady hatte, op Hellweiss, Dunkelweiss oder Altweiss, ich weis nur wenn sie grau gewesen wären, hätten sie keine dunkle Kennzeichnung (F 225) gehabt. Amen!!!

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