Aus der Reihe Mythen-Epilog

“Fregatte

Nachtrag zur meiner Sicht um Thema Äquatortaufe

Epilog…

Ich habe auf diesem Wege versucht aufzuzeigen wie und warum diese Art von maritimem Brauchtum so gute 100 Jahre deutsche Marinegeschichte durch vier oder fünf Marinen überlebt hat.

Manche Elemente sind weitaus Älter, manche findet man in liebevollen Dichtungen, Geschichten und Seemannsgarn.

Alten Aufzeichnungen zur Folge, sollen schon meine direkten Vorfahren ,die alten Nordmänner, bei der Überquerung des Atlantik, zur Besänftigung ihrer Gottheit, sich die Bärte vom Schmutz der nördlichen Halbkugel gereinigt haben und zur inneren Läuterung ein vergorenes Getränk eingenommen haben .

Selbst auf der Santa Maria, dem Flaggschiff vom alten Columbus soll es diese Art von heidnischen Bräuchen gegeben haben.

Nur so war es möglich, eine Gemeinschaft von Seemännern zu formen, denen es möglich war, das heutiges Amerika zu entdecken….also ohne Taufe kein Amerika!!!!!

Leider wurde dieser Brauch zur Erlangung eines Wirgefühl, zur Schaffung einer Gemeinschaft, einer Bruderschaft von Seemännern, ein Ritual um aus Seeleuten….Seemänner zu machen, durch einem im Januar 2011 erscheinenden Bericht der Bild-Zeitung, die sich kritisch über die praktizierte Äquatortaufe auf dem Segelschulschiff Keuch Fock geäußert hat, verboten.

Bei der Deutschen Marine ist die Äquatortaufe durch Weisung des Inspekteurs der Marine seit 2011 offiziell abgeschafft. Zuvor war sie unter Einhaltung des strengen Regelwerks des Befehlshabers der Flotte, unter dem

Freiwilligkeitsprinzip, unter Achtung der Menschenwürde und unter Aufsicht der Schiffsführung und des Schiffsarztes gestattet.

Ich kenne keinen von der Fock, der sich auch nur im geringsten, über das Taufritual beschwert hat…. Diese wird im übrigen gerade für sage und schreibe 100 Millionen Euro renoviert………!

Die Baukosten betrugen bei der Indienststellung gerade mal 8,5 Millionen Deutsche Mark. Betrachtet man die Inflation seit 1958 und die Währungsumstellung auf den Euro so ergibt sich daraus, das man die Keuch Fock zum heutigen Zeitpunkt 3x Bauen könnte,,!

Noch heute hält das Band, was vor langer Zeit gespleißt wurde, uns zusammen.

In keinen der Teilstreitkräfte gibt es solch eine Verbundenheit, wie bei uns Seeleuten und Seemänner.

Die Verbundenheit zur See bleibt ein Leben lang Bestandteil unseres wirken.

Es zieht uns immer noch ans Wasser, wer hat noch nicht verträumt der Toilettenspülung hinterher geschaut……?

Ich für meinen Teil finde, dass der Marine heute etwas wichtiger verloren geht.

In einer Zeit in der unsere Marinesoldaten durch die neue Auftragslage mehr Stehzeiten in See haben ,

durch das familienfreundliche Konzept unserer Verteidigungsministerin….um 16:00 Uhr ist Feierabend alle gehen nach Hause, keiner Schläft mehr an Bord ,

mein Zuhause war früher dort, wo unsere Lady festgemacht hat, bzw. der Vorpickfahrer geankert hat.

selbst im Seemännisch Lager, „ehemals Vorpick“, gehen beim Verlassen, die Lichter sensorgesteuert aus!

zwei Besatzungen für ein Schiff…..,

wenn der Heizer kein Ölfuss ,sondern Schifftechniker ist ,

es keine 11er mehr gibt,

der Smut ein Dinosaurier ist…..

Die Braunschweig war eine Waffenplattform ……..

Die heutigen Einheiten sind bewaffnete Wohneinheiten

wer von Euch war in letzte Zeit mal auf einem modernen Kriegsschiff der Deutschen Marine??

Ich war neulich auf dem EGV Frankfurt am Main

Mir wurde erst im Nachhinein klar was anders war, nicht die mehrgeschlechtliche Besatzung „Männer-Frauen-Heizer“, der AGA jetzt BGA heißt, es keine Klappkojen mehr gibt, nicht die geräumigen Schlaf – und Wohnräume.

Es keine Vorpick, sondern das Seem.-Lager gibt…………,

man erst nach passieren eines Drehkreuz auf die Stelling bzw. an Bord kommt.

die Schiffe der Marine richten nicht mehr!

Waaas werdet ihr sagen……!

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich 1982 die Braunschweig, die zu diesem Zeitpunkt im Arsenal lag, betreten habe.

Über die Stelling, vorbei an OMT Güttler, der als UvD die Aufgabe hatte, uns Rotärschen an Bord entgegen zu nehmen.

Die erste Nase die ich eingeatmet hatte, dieser Geruch, nach kaltem Bauer und alten Abgase aus den Maschinenräumen, der Geruch als ich das erstmal ins Deck kam…….der Duft der letzten Seefahrt, eine leichte Note von Tiroler Nussöl und Wäschesack.

Die Braunschweig atmete und lebte…..!

Wer vom Crew Treffen 2017 kann sich noch an die Besichtigung der Augsburg erinnern……..genau! , ihr versteht mich, trockener Hals und Lippen.

Mein erster Gedanke, als ich wieder auf der Pier stand waren die Worte meines VPF „EINLAUFBIER „

Heute richten die Schiffe nicht mehr….die gereinigte und gefilterte Luft im Inneren der Schiffe, frei von Zusätzen und Allergiker freundlich, ein veganes Kriegsschiff eben.

Der Heizergruss heute eher an das Abbrennen einer Duftkerze erinnert , wir durften früher das Oberdeck spulen, nachdem die Heizerei abgehustet hat….. „Heizer Fall Out“ sag ich nur,

von Turbinenfahrt will ich erst gar nicht anfangen.

Komisch, ich kann unsere Lady immer noch riechen!

Wenn beim Auslaufen der Schiffe kein Marinemusikkorps mehr „Junge komm bald wieder,…. bald wieder nach Haus“…….sondern die Kameraden von der fliegenden Feldpostnummer „Über den Wolken“ zum Besten geben

es nur noch einen losen Haufen von Verwendungsreihen und Dienstgradgruppen gibt,

keine Divisionen oder Korporalschaften,

in einer Zeit wo Seefahrt doch noch Not tut ………

es kein Band mehr geknüpft wird, das uns Seefahrern von anderen unterscheidet und zusammenhält….

Das Band mit dem Namen…Ich bin Getauft.

Egal welches Ritual oder Zeremonie es bedarf um aus einen losen Haufen eine Gemeinschaft und ein Team zu formen, es einem das Gefühl gibt…ich gehöre dazu…..auch heute noch.

Wer erzählt heute, nach so vielen Jahren, nicht seinen Kindern, Freunden, Fremden, Frauen, von der wahrscheinlich besten Zeit seines Lebens, oder….!?

Ach so, wir sehen uns ,ich freue mich auf Eure Geschichten…..bis gleich!

Mit freundlichen Grüßen

Roland

WPA und Vorspringfahrer

Hier zwei Dinosaurier

3 Gedanken zu „Aus der Reihe Mythen-Epilog“

  1. So ist es m Roland
    Genau das hat es damals ausgemacht.
    Ich frage mich ständig ….. was wäre wenn?
    Wenn die Marine gebraucht würde, um ihre im Grundgesetzt verankerten Aufgabe, Sicherung der Seewege und Landesverteidigung, wirklich war zu nehmen? Gäbe es dann noch Besatzungen, die sagen, mein Schiff?
    Den beitrag solte man in den Marine Gruppen auf Facebook auch mal veröfentlichen. Mal sehen was dabei rauskommt.

  2. SUPER !!
    Wieder ein wunderbarer Beitrag .
    Und ja ……. man bekommt den Geruch unserer Lady wirklich nicht aus der Nase !!
    Wir sehen uns ….. munter bleiben !!

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