Aus der Reihe Mythen Teil1

“Fregatte

Aus der Reihe Mythen-Traditionen-Seemannsgarn und Aberglaube in der alten Marine

Heute:
Die Äquatortaufe……..!

Ritual oder der Glaube an ein Leben nach der Äquatortaufe
Danach ist alles anders.
Gestern noch Ungläubig, heute gereinigt und geläutert.
Das Licht am Ende der Taufe
Aberglaube oder Tradition
Götzenhuldigung
Der Mythos der Äquatortaufe, das Gefühl der Verbundenheit und Kameradschaft
Ich gehöre dazu…….!
Wir sind gereinigt und befreit..
Getauft aber glücklich
Mein Name ist kleiner Hering….
Kraft durch Seewassertaufe
Sauber muss er sein, sauber…!

Bei der Deutschen Marine ist die Äquatortaufe durch Weisung des Inspekteurs der Marine seit 2011 offiziell abgeschafft. Zuvor war sie unter Einhaltung des strengen Regelwerks des Befehlshabers der Flotte, unter dem Freiwilligkeitsprinzip, unter Achtung der Menschenwürde und unter Aufsicht der Schiffsführung und des Schiffsarztes gestattet. genau so war das, aber genau so

Seit April 2011 sind diese Art von Ritualen, Aberglaube, Taufzeremonien und Götterverherrlichungen zur Erlangen einer Kameradschaft und des Wir-Gefühl, untersagt und verboten.
Der Bildzeitung sei dank!

Rückblende……………

Der Blaue Peter war vor 24 Std. gesetzt worden.

In einer Zeit, als es bei der Bundesmarine noch zwei Marinemusikkorps gab, man höre und staune, die Nord und der Ost See hatten jeweils ein eigenes Marinemusikkorps ,begab es sich, das das deutsche Fregattenschiff Braunschweig sich anstellte zur Afrika AAG 119/83 auszulaufen.

Unter Führung des Kapitän zur See und Kommandeur des 2. Geleitgeschwaders CTG 421.8 Herrn Vito Houselle legte die Task Group 421.8 bestehend aus dem Zerstörerschiff HESSEN, der Fregatte BRAUNSCHWEIG und dem Versorger GLÜCKSBURG, am 17. Oktober 1983 um 10:00 MEZ von unserem Heimatliegeplatz der TIRPITZ-BRÜCKE. Nur für Uwe

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Das Marinemusikkorps spielte wie üblich „muss Sie den muss Sie den zum Städtele hinaus“….wieso eigentlich Sie, zu dieser Zeit waren Frauen an Bord noch undenkbar und brachten bekannterweise Unglück über Schiff und Besatzung.
Zitat des Wachplanaufsteller“ “Unnerröck an Bord – dat gifft Malheur”.

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Nach dem Ablegen ohne Schlepperhilfe und einigen gezielten Ruderlagen des Vorpickfahrer,
passierten wir als zweites Schiff die Molenköpfe der 4. Einfahrt, im Hintergrund war noch das Marinemusikkorps zu hören, die noch mal alles rausholten was ging “Junge komm bald wieder“ oder so.
Revierfahrt-Revierfahrt…..Auslaufbier in der Vorpick…es wurde noch eine Münze über Bord geworfen.

Wir waren auf dem Weg in die südliche Hemisphäre, in die Heimat unseres Beschützer und Heilbringer.

Mit dem Befehl „alle Leinen los und ein“, war ein Urteil gefällt worden, das noch bis in die heutige Zeit für alle beteiligten der Task Croup , insbesondere der Besatzung der F 225 folgen hatte.
Es war eine verlustreiche Fahrt, wir mussten unseren Kommandanten Ertl opfern, bekamen aber Ersatz aus dem Deutsche Land…..! Kpt. Hartmann führte die Reise der verlorenen Seelen weiter bis an ihr Ende.

Der Weg ist das Ziel…..wir waren auf dem Weg, auf dem Weg ins Ungewisse, war würde uns erwarten…, kehren wir zurück, sehen wir unsere Lieben wieder, hat der Vorpickfahrer genug Bier gebunkert……
Seit Menschen Gedenken, sei Schiffe die Weltmeere bereisen, seit der Mensch seine Füße auf Schiffsplanken stellte, seit die Urahnen aller Seeleute , die einzig wahren und immer Gutaussehenden Seelords ,die Elfen des tiefen Wasser bzw. die Elfer, sich aufmachten um neue Welten zu entdecken, Galaxien zu erforschen „ liegt in der Nähe von Neapel“ reiste immer die Angst mit, die Angst vor dem Ungewissen,
Zu einer Zeit, als der Glaube noch eine wichtige Rolle spielte “nicht die Berge-Rolle“, als das Meer noch eine unbekannte Größe war, herrschte der Glaube und die Gewissheit, das sich dort, in den unendlichen Tiefen, Seeungeheuern, Monster, Schmaddings und Meerjungfrauen “ich habe mal eine gesehen“ tummeln.
Zudem herrschte der Glaube bei den in blauem Tuch gehüllten, dass die Äquatorregion zu heiß sei um sie zu bewohnen, geschweige den, denn Äquator zu überqueren und eine Seereise in die südliche Hemisphäre unweigerlich tödlich verlaufen muss.
Schlimmer noch, warmes Becks aus der Dose.
Einige von den in blauem Tuch gehüllten waren und sind immer noch der Meinung, dass die Erde eine Scheibe sei und sie beim Überqueren des Äquators von der Erde fallen würden.

Blödsinn, die Erde ist ein Teller

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Der Äquator sei durch ein mächtiges Wesen bewacht, einer Gottheit, ein Titan mit Bart, meist halb bekleidet oder nackt, den Dreizack in der Rechten oder Linken.

Ihm galt es zu gefallen, dem Herrscher von Groß Ozeanien, beschützter aller Kiemenatmer.
Ihr kennt Ihn….!
Nee, nicht the Men in rotem Tuch

Wir Seefahrer sind ein eigenartiges aber Gutaussehendes Völkchen, prächtige Gestallten, von Hochgewachsener Statur, mal mehr oder weniger, ohne Furcht und wenig Tadel. Wir dachten, das wir mit allen Wassern gewaschen sind…., das kann doch einen Seemann nicht erschüttern….!

Ich weiß noch wie heute, es waren genau 3 oder 4 Tage und Nächte her, das wir in Schlicktown abgelegt hatten, die ersten die es bemerkten, waren der Posten Rettungsboje und der Posten am UT….Unterwassertelefon

Es war erst nur ein leises Rauschen das über das UT kam, der Posten Rettungsboje wurde im Schlaf geweckt, quälet sich mühsam aus die Segellast ,der Funkraum empfang erst noch verschlüsselte Nachrichten, in einer uns unbekannten Sprache, hatten wir eine Nachricht aus dem Weltraum empfangen? Krieg oder was…………
Da hatte man aber die Rechnung ohne den Funkraum gemacht. Diese konnten über ein kompliziertes System den Text entschlüsseln…………………
Hierzu stand dem Funkmeister und seinen Vandalen das Modernste, was die deutsche Marinetechnik und Ingenieurkunst zu bieten hatte, zur Verfügung.

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Was wir dort zu Lesen bekamen, versetzte die gesamte Besatzung in einen Schockzustand, die Besatzung ging in den Kriegsmarschzustand über, die Dauerwächter gingen auf Koje, in der Vorpick aber brannte noch das Licht……..!!

Ende Teil 1…

demnächst mehr…..bestimmt!
Frohe Weihnachten

Ihr Getauften und Ungetauften…

Und eine besinnliche Zeit unter dem Tannenbaum.

Denkt daran, wenn ihr die Toilettenspülung drückt,
einen Gruß für unseren, ihr wisst wenn ich meine, Mitzusenden.