Kapitel 9 F225 Knacken im Union Jack

“Fregatte

Fürs die folgenden zwei Wochenenden hatte die Schiffsführung für jeweils die Hälfte der Maate und Mannschaften eine Fahrt nach London organisiert. Mit einer Übernachtung im Union Jack. Jan war bei der ersten Fahrt mit dabei. Gegen zehn kamen die Busse in der Metropole an. Man wollte sich zuerst im Hotel anmelden um dann den Rest des Tages für Stadtbesichtigungen zu nutzen. Nach einigem Suchen sahen sie es. Ein hohes Gebäude mit einer Marmor- Fassade. Union Jack war dezent in eine bronzene Platte eingraviert. Verspiegeltes Glas, ein Eingang so groß wie bei einem Bahnhof mit einem Uniformierten davor. Dieser hatte nichts anderes zu tun als Gästen die Tür auf zuhalten oder ein Taxi herbei zu winken. „Mannomann, da kriegen wir ja einen tollen Bunker zum Pennen. Da macht es richtig Spaß sich auf die Koje zu freuen“, rief Jan. Alle stürmten auf den Eingang zu. Der Uniformierte fühlte sich überfordert, rümpfte die Nase und hielt die Eingangstür auf. An der Rezeption versuchte einer der Obermaate dem Mann hinter dem Tresen zu erklären wer sie waren und was sie wollten. „We are from the German Navy. We like the have rooms for all sailors. We have to order from our Destroyer Braunschweig yesterday evening. “„Just a moment please“. Der fein gekleidete Mann las in seinem Anmeldebuch. Dann telefonierte er mit irgendjemand. Einige der Leute hatten sich inzwischen ganz ungeniert auf den teuren Ledersesseln niedergelassen und bedienten sich von dem bereit liegenden Gebäck. „Baker, the Gentlemen like to have a room in the Universe Jack. Bring the people there to place, please.“ Baker, ein vornehm gekleideter Butler kam mit würdigem Schritt auf die Seeleute zu. Er sah fast so aus wie sein Kollege Martin aus Kulenkampff`s Fernsehsendung. Mit einer Handbewegung, ohne eine Miene zu verziehen, ohne ein Wort, deutete er den wartenden an ihm zu folgen. Er führte sie zu einem Lieferanteneingang der in diesem Fall als Ausgang diente. Mit gezielten Schritten ging es von der Lieferantenstraße durch mehrere Nebenstraßen. Jan blickte sich noch einmal um, vom Marmorpalast war schon nichts mehr zu sehen. Nach einer viertel Stunde Fußmarsch deutete der Butler auf ein Gebäude der gegenüberliegenden Straßenseite. „Sir`s, the Universe Jack. Have a lot of fun“. Würdigen Schrittes, mit einen breiten Grinsen, kehrte er zu seinem Nobelschuppen zurück. Nun klärte sich auch alles auf. Man hatte tatsächlich die Übernachtung im Universe Jack angemeldet. Hier war kein feiner Butler der einem die Tür aufhielt. Auch von Marmor und sonstigem Protz war nichts zu sehen. Ein einfacher schummriger Holztresen bildete den Empfang. Nach dem dritten klingeln kam endlich ein alter glatzköpfiger Opa aus seinem Verschlag und fragte was sie wollten. „OK Sailors, the second floor is yours. You brought no key, here is twenty for hours open. Come on, I show you the bedroom.“ Im zweiten Stock waren nur zwei Türen, eine ging zu einem Massenduschraum, die andere in einen großen Gemeinschafts-Schlafraum. Einhundert Pritschen zählte Jan. „Da haben die uns mal wieder angeschissen mit ihrer angeblichen Fürsorge für die Besatzung. Dies ist nur eine einfache Unterkunft für Seeleute, die hier nur ein bis zwei Nächte pennen wollen. Na besser als heute Abend nicht zu wissen wo wir knacken können“, rief Biggert. „Ich schlage vor, wir trennen uns in kleine Gruppen auf und kommen in der Nacht hier selbständig wieder an die Burg.“

Die Leute mit denen Jan loszog kauften sich jeder ein Tagesticket für die U-Bahn. Dann fuhren sie von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Hyde Park, Picadillicirkus, Big Ben, Tower Bridge, Downingstreet No. 10 und vieles mehr. Spät am Abend kamen sie alle ziemlich erschöpft wieder im Hotel an. Im Schlafraum war nur eine kleine nicht ausschaltbare Notbeleuchtung an. Die ganze Nacht über kamen irgendwelche Leute mit Radau an und suchten sich eine Koje. Jan wachte morgens neben einer Gruppe Schwarzer auf.

Der Tag verlief wie der vorherige, Sehenswürdigkeiten bestaunen und abends mit dem Bus zurück nach Portland.

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