Kapitel 3 F225 Die ersten Wochen

“Fregatte

Der nächste Vorgesetzte von Jan war Obermaat Biggert. Mit Biggert und Jürgen Rammers aus dem Emsland hatte er die folgenden Monate immer Wache. Sein Jürgen aus der Grundausbildung war zwar in der gleichen Wache aber den E-Mixern der Generatoren zugeteilt worden. Wache heißt in diesem Fall nicht das Schiff an der Pier bewachen sondern alle lebenswichtigen Funktionen an Bord überwachen und protokollieren. Eine Wache dauerte immer vier Stunden. Dann hatte man acht Stunden frei. Wenn diese Freizeit allerdings auf Tageszeiten viel, dann wurde Reinschiff gemacht. Reinschiff im wahrsten Sinn des Wortes. Putzen, putzen, putzen. Alle Putzstellen waren fest eingeteilt, jeder der Mannschaften Musste einen bestimmten Bereich erledigen. Danach wurden Potacken gedreht. (Marinebezeichnung für Kartoffeln schälen)
Biggert hatte während seiner Wache die Schiffssicherung unter sich. Die Schiffssicherung umfasste die gerade genannten lebenswichtigen Funktionen. Einmal pro Stunde lief Jan zu den Klimageräten, den Kühlanlagen und sonstigen Einrichtungen an Bord. Biggert vertrieb sich die Zeit währenddessen mit lesen. Die große Seefahrerei war dies noch nicht, alles spielte sich im Hafen ab. Jan spürte förmlich den Tag wo es endlich mal raus aufs Wasser gehen sollte.
Acht Wochen vergingen so im gleichen Trott. Die einzigen Abwechslungen waren abends, wenn die wachfreien Leute Gruppenweise in die Hafenkneipen zogen. Man hatte im Hafen Ausgang bis zum Wecken. Oft endete so eine Kneipentour mit dem berüchtigten Anker aussaufen. Im Klartext heißt das: es wurde Flaschenbier bestellt und ohne Glas ausgetrunken. Die Flaschen blieben auf dem Tisch stehen. Wenn man vierundfünfzig zusammen hatte konnte man die Flaschen so aufstellen, dass sich die Form von einem Anker ergab.