Heizergruß

“Fregatte

Einen schönen Tag wünscht die Heizerei.

wenn ihr denkt, das die schwarzen Wolken zum Wochenende ein Naturschauspiel sind……….nee
auch ist das nicht ein Gruss von unserem geliebten Neptun, sondern ein LIEBER  Gruss von den Stoker  und Oelfüssen..,

Der Heizergruß

Absichtliches Ausstoßen von Rauch aus dem Schornstein
-den Effekt des “Schwarzqualmens” erzielt man durch Reduzierung der Verbrennungsluft unter gleichzeitiger Erhöhung der Brennstoffzufuhr-

Antriebsspezialisten, Turbinenfachleute, Motorenmeister, Elektriker, Kesselflicker, Dampfmacher und andere Schiffstechniker sind auf auf der Fregatte Braunschweig organisatorisch in der II. Division zusammengefasst.

Vom restlichen Teil der Besatzung werden sie schlechthin als Heizer betitelt.

Diese Bezeichnung stammt aus längst vergangenen Tagen, als tief unten im Schiff, vor Ort sozusagen, tatsächlich eine große Zahl von Männern damit beschäftigt war, Kohle zu trimmen, das Kesselfeuer zu schüren und Wasser für die Dampfmaschine zu „kochen“.

Die Knochenarbeit jener Heizergenerationen freilich ist längst Vergangenheit. Heute leisten die Schiffstechniker unter Deck hoch bewerteten Dienst an hochmodernen Antriebsanlagen.
Bedienung, Wartung und Instandhaltung der umfangreichen Antriebstechnik an Bord fordern gut ausgebildete und für ihren Dienst qualifizierte Spezialisten.

Aus dem geistig nur wenig beanspruchten Heizer am Feuerloch vor dem Dampfkessel, ist in einer relativ kurzen Zeitspanne des technischen Fortschritts, ein hoch qualifizierter Techniker am Fahrstand oder in der schiffstechnischen Zentrale geworden.

Eines freilich hat sich nicht geändert in all den Jahren. Genau wie die Heizer der Kaiserlichen Marine, so verrichten die Techniker der II. Division auf der Braunschweig ihren Dienst tief unten im Schiffsrumpf, in der „Zeche“, wie sie ihre Betriebsräume an Bord selbst nennen.

Wenn „Kopf gesteuerte Funktionäre“ ihre Operationszentrale, ihren Funkraum, oder ihre Brücke als Herz des Schiffes umschreiben, haben die Schiffstechniker nur ein mitleidiges Lächeln für sie übrig.
Ihrer Ansicht nach schlägt das wahre Herz im Maschinenraum. Nur hier wird mittels der Kessel, Turbinen, Jockel, Generatoren, Kompressoren, Motoren und E-Maschinen die wahre Pulsfrequenz des Gesamtsystems Kriegsschiff bestimmt.

Während an Oberdeck saubere, schön angezogene Soldaten so tun, als würden sie das Schiff befehligen und beherrschen, so geschieht dies in Wirklichkeit ganz allein in den Maschinenräumen.
Sie, unsere Heizer sind die wichtigsten Leute an Bord auch wenn sie nicht so sehr im Blickpunkt stehen wie der Kommandant, der Fahr-WO und all die anderen Schönwettersoldaten mit ihren schicken Uniformen ein paar Decks höher über ihnen.

Damit Waffenmixer, Funktionäre, Seeziegen, Smuts und Sossenkönige, der Vorpiekfahrer und auch die lieben Angehörigen auf der Pier erfahren, wo sie, die allerwichtigsten Besatzungsangehörigen an Bord, ihrer so bedeutenden Arbeit nachgehen, macht der „Oberheizer“ beim Ein- und Auslaufen oder bei anderen günstigen Gelegenheiten, durch einen Aufsehen erregenden, Umwelt verachtenden Heizergruß im Schiffskeller unter Deck auf sich und seine Spezialisten aufmerksam.

Wenn dann an Oberdeck dicke Rußflocken von hoch oben aus dem Schornstein auf des Oberdeck hernieder schweben, der Schmarting flucht und alle „Seelords“, in ihren schönem AGA hustend in Deckung eilen, dann sitzen sie, die Ölkannenjongleure, Bilgenkrebse, Schwarzfüße, Bunkerjungen, Stoker und Flurplatten – Ingeneure, wie sie von ihren Oberdeckkameraden liebevoll genannt werden, zusammen mit ihrem Dampferzeugungsrat tief unten in der Maschine und freuen sich schadenfroh lachend und Hände reibend über den Triumph ihrer schwarzen Zunft.

Bilder und Text von Roland Berghorn (11)

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