Neuigkeiten aus Wilhelmshaven

VERKAUFTES, DANACH VERSCHOLLENES UND VERSCHROTTET GEGLAUBTES DEUTSCHES KRIEGSSCHIFF
KEHRT IN DIE HEIMAT ZURÜCK !

Wilhelmshaven, 1. April 2017

Was bislang nur einem sehr begrenzte Personenkreis bekannt war und somit aus verständlichen Gründen „unter dem Deckel“ gehalten werden mußte, konnte durch unsere Redaktion vor wenigen Tagen beim Marineschiffsüberführungskommando (MaSchifÜfüKdo) in Erfahrung gebracht werden:
Zuerst aber bitte ein Blick zurück in die Geschichte:
Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhundert stellte die damalige Bundesmarine 6 Fregatte (zu Beginn GELEITBOOTE genannt) sogenannten „KÖLN-KLASSE“ in Betrieb, die zu Beginn in Cuxhaven und ab April 1968 in Wilhelmshaven stationiert waren.
Nach und nach trennte sich die Marineführung leider von diesen außergewöhnlich schönen Schiffen: Die „Köln“ kam als Übungshulk nach Neustade/Ostsee zur dortigen Schiffssicherungslehrgruppe, und die „Augsburg“ wurde hier verschrottet.
Die vier verbliebenen Fregatten „Emden“, „Karlsruhe“, „Lübeck“ und „Braunschweig“ wurden zum symbolischen Preis von je 1,- DM der türkischen Marine übergeben und versahen nachfolgend mit neuen Besatzungen Dienst im Schwarz- und Mittelmeer..

Während die „Braunschweig“ als schwimmendes Ersatzteillager für die drei anderen Fregatten sozusagen „kannibalisiert“ werden sollte, erhielt die „Emden“ den neuen Schiffsnamen „Gemlik“, brannte aber bald aus.
Somit war die Stunde der „Braunschweig“ gekommen – sie war die „neue G E M L I K“ … !

Sehr vorausschauend, strategisch denkend, neue Herausforderungen ahnend, weltmännisch fundiert und realpolitisch um kommende Entwicklungen wissend, hat die türkische Regierung die „Gemlik“ Mitte der 90er Jahre in einem überdachten Trockendock bei Izmir „eingemottet“, permanent gewartet und voll funktionsfähig erhalten.
Einem besonderen Umstand ist der unverwüstliche Schiffskörper zu verdanken: Während der Bauphase auf der Bauwerft H.C.STÜLCKEN SOHN in Hamburg war nach dem Bau der ersten 5 Fregatten der Baustahl ausgegangen…
Die benachbarte Werft BLOHM+VOSS verfügte noch über Reste des Stahls des dort gebauten Schlachtschiffes „Bismarck“; sie half aus – der Stahl wurde eingeschmolzen und daraus dann der Rumpf der „Braunschweig“ gefertigt.

Nach nunmehr 28 Jahren bot die türkische Marine d i e s e s Schiff der Deutschen Marine an.
Allerdings sah ein dortiger „Präsidial-Erlaß“ vor, das Schiff nur unter der Bedingung zu übergeben, wenn es wieder seinen alten Namen und seine alte Schiffsnummer erhielt, also „BRAUNSCHWEIG“ und „F225“ !

Nach nunmehr erfolgter juristischer Überprüfung durch das dem Personenstandsregister Berlin angegliederte Schiffsnamensamt wurde dieser Maßgabe und diesem Ansinnen, dem man sich nicht verschließen konnte, zugestimmt. Allerdings mit der Auflage, daß die gleichnamige Korvette „Braunschweig“ (in Rostock stationiert) und Schiffe mit der früheren Nummer der „alten Braunchweig“ nicht gemeinsam eingesetzt werden dürfen!


Sodann wurden die mittlerweile pensionierten Archivare der früheren Stammdienststelle der Marine (SDM), früher in der Wilhelmshavener Mozartstraße 38 ansässig, bemüht. In einer konzertierten Aktion mit der Marineführung konnten vorerst 40 sich bereits kurz vor der Altersgrenze befindliche aktive Marinesoldaten, noch mit der Schiffstechnik der „Köln-Klasse“ vertraut, ermittelt werden. Diese befinden sich seit knapp drei Monaten vor Ort.
Unzählige Bedienungsanleitungen an Bord, Hinweisschilder pp. mußten durch geeignetes zweisprachiges sachkundiges Marinepersonal re-übersetzt werden und, und, und …

Mit ihrem alten Name und Schiffsnummer befindet sich d i e FREGATTE “ B R A U N S C H W E I G “ unter der Führung von Korvettenkapitän BÖHMER und Kapitänleutnant MANN auf der wortwörtlichen Heimfahrt.
Neben ca. 40 Soldaten der schifftstechnischen und nautischen Fachrichtungen befinden sich 2 Schiffsköche und Herr Flottenarzt a.D. Lothar KULISCH an Bord.

Am morgigen Sonnabend, gegen 14.00 Uhr, wird die „Braunschweig“ im Marinearsenal an der Gökerstraße festmachen.
Empfangen wird sie vom Inspekteur der Marine, dem Flottenchef, einer Abordnung der Marinekameradschaft, als Vertreter der Patenstadt Braunschweig wird Herr Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) – übrigens Vielfachnachfolger der Taufpatin Martha Fuchs (SPS) im Amt – sowie dem türkischen Marineattache, Herrn Konteradmiral Bülent Göker.

Die feierliche Übergabe an die Deutsche Marine wird durch das eigens dazu reaktivierte und angereistge Marinemusikkorps Ostsee begleitet.

Ein „ökumenischer Pier-Gottesdienst“, zelebriert durch die beiden christlichen Standortpfarrer sowie den Standortimam, rundet dieses wohl einmalige Ereignis ab. Der Einsatz der Geistlichen wird durch das hiesige Seelsorgebezirkskommando koordiniert.

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Eine ganz besondere Geste hat sich der oben genannte türkische Marineattache, Herr Konteradmiral Bülent Göker (er ist der Urenkel des türkischen Großadmirals Sultan GÖKER – Namensgeber der gleichnamigen Wilhelmshavener Straße ! –
vorbereitet:
In früheren Zeiten hatten Bundeswehreinheiten durchweg sogenannte „Maskottchen“, z.B. Bordhunde, bei der Marineunteroffiziersschule Plön gab es den legendären Esel „Fridolin“ u.v.a.m.
Da aber Bordhund nicht mehr statthaft sind und die Deutsche Marine, insbesondere die Führung, über genügend Esel verfügt, hat Herr Konteradmiral Göker in der türkischen Schwarzmeerprovinz Absurdistan einen Ziegenzüchter ausfindig gemacht, der ihm eine SEEZIEGE zur Verfügung stellte.
Diese wird künftig gemeinsam mit Marine-Eseln den Grasbewuchs im Marinestützpunkt Wilhelmshaven kurzhalten.

Nach Einweisung, Training und Baubelehrung der neuen und jüngeren Besatzung wird die „Braunschweig“ in der 4. Einfahrt endgültig festmachen. Ein Besichtigungstermin wird rechtzeitig bekannt gegeben werden.

2 Gedanken zu „Neuigkeiten aus Wilhelmshaven“

  1. Schön wäre es ja…Würde sofort nach Schlicktoun fahren..
    Und das nächste Treffen wäre an Bord…könnte Heulen. ..
    Und die Adams kommen in Kettenkasten. .

    1. Hallo Uwe ..wie gehts ? und du kommst natürlich in die Bilch !!! Gruß the Adams Brothers…Gruß auch an Atze

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