Kapitel 30 F225 Love to Love You Baby

“Fregatte

Love to Love You Baby, technische Erklärung, nicht lessen, versteht keiner
1976 waren wir mit der Fregatte Braunschweig (F225) im Natoverband „Standing Navel Force Atlantic“, auf dem Atlantik unterwegs. Wir haben den Hit: „Love to Love You Baby“, von Donna Summer, noch einige Seemeilen vom amerikanischen Festland entfernt, schon über das Bordradio gehört. In der Langversion von ungefähr 18 Minuten. Die allgemeine Meinung bei uns im Deck (IIZ2) war, den Song müssen wir haben. Nur wie? An Land haben wir erst einmal eine Kassette von Love to Love You Baby (die Langversion) gekauft. Einer von uns hatte ein Stereo-Radio mit Kassetteneinschub im Deck, nicht sichtbar in einem Schuhspind eingebaut, denn es war verboten private Radios an Bord zu haben. (Die Verlegung der Antenne für dieses Radio, dass wäre eine eigene Geschichte, erspar ich uns). Anhören konnten wir „unseren“ Song nun schon mal. Nur wie kopieren? In unserem Deck haben wir dann noch zwei Monokassettenrecorder aufgetrieben, die auch illegal an Bord waren. Es wurde nun eine Verkabelung gebastelt, die so aussah: Vom Stereoradio wurde Kanal 1 auf Kassettenrecorder 1 umgeleitet und Kanal 2 auf Recorder 2. Bis hier ist das alles noch verständlich. Nur, wir wollten natürlich alle den Song in Stereo haben. Also, das ganze wieder rückwärts. Kanal 1 und 2 von den Monorecordern abspielen und mit dem Stereorecorder wieder gleichzeitig auf einer leeren Kassette aufnehmen. Diese Aktion hat auch funktioniert, Love to Love You Baby wurde für unser Empfinden sogar absolut verbessert. Das kam so: Für das Stereoradio hatten wir uns schon vorher vom Sannitätsbereich eine 230 Volt Wechselspannungsleitung gelegt, (es gab da einen Verteiler in der Nähe von unserem Deck, offiziell für unseren selbst gekauften Kühlschrank, mit 50 Hertz. Die Jungs hatten diese Spannung, weil die medizinischen Geräte nur mit 50 Hertz liefen. An Bord sind nämlich normalerweise 60 Hertz. Die beiden Monorecorder betrieben wir mit unserer Decksspannung von 115 Volt/ 60 Hertz. Durch die 60 Hertz sind die Monorecorder ungefähr 20% schneller gelaufen. Einer lief trotz der 60 Hertz vielleicht 15% schneller. Der sich einstellende Effekt war, Kanal 1 zeichnete normal auf, nur eben 20% schneller als der original Song und Kanal 2 wurde beim Abspielen von Kanal 1 überholt. Das klang super gut. Nach etlichen Stunden hatte jeder die „verbesserte“ Version auf seiner Kassette. Es wäre wohl einfacher gewesen, wenn wir uns alle eine Original-Kassette gekauft hätten. Leider ist meine Kassette irgendwann an Land in einer Pütz gelandet

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