“Fregatte

Kapitel 28 F225 Algenbefall an der Braunschweig

„Ich habe mich entschlossen das Schiff auf Algenbefall zu untersuchen. Ich werde sofort eine Inspektion vornehmen. Hauptgefreiter Rick, ich habe gesprochen, hicks.“

Die Bordlautsprecher knackten und es war einen Moment totenstill im ganzen Schiff. Im nächsten Augenblick kam die nächste Durchsage: „ Falls noch Taucher an Bord sind, sofort Ausrüstung anlegen. Einer der Kameraden ist gerade besoffen Außenbords gesprungen. Wir müssen ihn rausholen. Beeilung.“ Die letzte Durchsage kam vom Kaleu. Einer der verbliebenen Maate und der Kaleu zogen sich blitzschnell die Taucherausrüstungen an und sprangen ins Hafenbecken. Die restlichen Leute ließen das Rettungsboot zu Wasser. Weil dies in den letzten Wochen immer wieder geübt worden war klappte diese Aktion wie am Schnürchen. Es vergingen unendlich lange Minuten der Ungewissheit. Dann Endlich kamen die drei Taucher wieder an die Oberfläche. Rick hatte bei seinem Sprung ins Wasser seinen Beatmungsschlauch abgerissen und war wie ein Stein unter das Schiff gesackt. Zu seinem Glück war an diesem Abend keine Strömung im Hafenbecken. Mit vereinten Kräften hievten sie Rick ins Boot. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Als er Tage später wieder an Bord war, ihm war nichts passiert, degradierte ihn der Alte zum Matrosen.

„Bei ihnen ist ja wohl dauernd was los. Erst das Schiff fast umkippen, dann will einer Algen suchen. Ich lobe sie trotzdem. Der Rettungseinsatz vorhin hat vorbildlich geklappt. Das werde ich wohlwollend im Bordbuch vermerken. Ich habe mir gedacht auf die Schrecken der letzten Stunden lade ich sie alle zu einem Abendbrot in der Cafeteria ein. Lassen sie es sich schmecken.“ Mit diesen Worten leitete der Kaleu das wohlverdiente Abendessen ein.

 

Kapitel 27 F225 Frischwasser lenzen

Wilhelmshaven ,Samstag den 8. Mai 1976

11 Uhr auf Reede, Zollerklärungen. 13 Uhr 30 an der Muni-Pier festgemacht. Eltern sind zur Begrüßung gekommen. Der Schreiber hat Wochenendwache. Die Stanavforland 76 ist für die Besatzung der Braunschweig zu Ende.

Das war der letzte Eintrag im Tagebuch von Jan. Wie gerade erwähnt hatte er Wochenendwache. Mit einigen anderen Kameraden teilte er das Schicksal nach der langen Fahrt diesen Samstag und Sonntag nicht von Bord zu dürfen.

Ein Kapitänleutnant von einer anderen Fregatte hatte sich bereit erklärt den Job des Wachhabenden für diese Tage zu übernehmen. „Sie haben eine anstrengende Fahrt hinter sich, wir werden nur das nötigste an Bord erledigen. Montag können dann alle mit anfassen, das Schiff wieder auf Vordermann zu bringen.“ Jan bekam die Aufgabe alle noch vorhandenen Frischwasserreserven in den Bach zu lenzen.

Ungefähr dreihundert Meter von der Fregatte entfernt waren einige Telefonzellen. (Für die jüngeren Leser: Telefonzellen, das waren die gelben Kästen im Hafen, wo man telefonieren konnte.) Jan hatte sich vom Kaleu die Erlaubnis für ein kurzes Telefonat geben lassen. „Du“, sein Vater war am anderen Ende der Leitung, “ ich muss ganz schnell beenden, ich glaube mein Dampfer kippt um.“ „Wie bitte?“ „Ich kann den Dampfer von hier sehen, er hat eine verdammte Schräglage bekommen. Tschüs.“ Im Laufschritt rannte er zur Fregatte zurück. Runter in den Maschinenraum. Der Kaleu kam ihm schon entgegen. „Herr Obergefreiter, sie haben das Schiff einseitig gelenzt. Dadurch ist diese Schräglage entstanden. Ich habe die Schieber auf der anderen Seite auch geöffnet, wir müssten gleich wieder Normallage bekommen.“ „Vielen Dank Herr Kaleu. Der von mir gemachte Fehler wird nicht mehr vorkommen.“ „Ist schon OK. Wenn sie das nächste Mal die Pumpen anschmeißen, dann achten sie darauf, dass sie das Schiff gleichmäßig entleeren. Sonst stimmt die ganze Trimmung nicht mehr.“ Das hätte auch ins Auge gehen können dachte Jan und freute sich über den toleranten Kaleu.

 

Labskaus

SEEMÄNNER dieser Welt…..schaut auf das Gericht.
Labskaus…….!
allen Seeleute und Un -Seeleute ,Decksgasten und Oelfüsse ist dieses schmackhafte Gericht seit Beginn der bemannten Seefahrt ein Begriff. Matrosen dieser Welt, schaut auf das Gericht.
Smut aller Orts und Kombüsen ist dieses typische Gericht für das Seefahrende Personal der Inbegriff des kulinarischen maritimen Hochgenuss auf allen Weltmeeren und dem Ostsee……!
Der Ursprung dieses Gaumenerguss liegt, wenn man meinen Unterlagen glauben schenkt, in der Mitte des 17 Jahrhundert .
Damals sollte ein SMUT aus der Not heraus diese typische Gericht der Seeleute und Matrosen erfunden haben.
Meinen Unterlagen zu folge lag die englische Flotte unter den Kommando von Lord Nelson, nach der gewonnenen Seeschlacht von Abukir gegen den Franzmann vor London auf Reede und bereitete sich auf das Einlaufen vor.
Am Einlauftag sollte König Georg III zum Empfang und Dinner auf das Flaggschiff Nelson, der HMS Vanguard kommen.
So gab Horatio Nelson den Befehl an die Kombüse heraus, dass man für den Empfang, die Lasten und Vorräte ausräumen sollte und alle Speisen und Nahrungsmittel zubereiten und für den Besuch des König zu einem Festmahl anrichten sollte .
Zum Leidwesen aller waren die Lasten und Speisekammer leer und gaben nur wenig Aussicht auf einen kulinarischen Hauptgewinn. Das letzte Bilgen- schwein war verzehrt worden, das letzte Huhn gerupft

Der Smut des Flaggschiffs, Henry Swamp, meldete diesen Leerstand an Nelson. Der war nicht erfreut und drohte dem Smut mit Kielholen und Stockschlägen auf die Fußsohlen ,wenn dieser kein Gericht zum Empfang des König auf die Back bringt.

So besann sich der Smut einer alten Köchetugend …..Ist die Last auch noch so leer, in den Ecken gibt es mehr.
So kamen aus den Lasten die Reste der Seefahrt zusammen . Zwieback, Hering, Pökelfleisch, Kartoffeln Zwiebeln, Rote Beete, Biskuit ,Gurken, zu damaligen Zeit eine Typische Auswahl an Speisen und Zutaten an Bord der Segelschiffe.

Alles Zutaten wurden durch die grobe Scheibe gedreht und feierlich auf dem Teller angerichtet.
Nach dem Dinner soll der König mit den Worten „Lob für das Essen und Chaos in der Kombüse“ sich beim Smut für dieses wohlschmeckende Gericht bedanken haben . Auch soll sich Lord Nelson beim Smut vom Dienst „SvD“ bedankt haben. Seit dieser Zeit soll es zum Labskaus Spiegeleier geben……autsch
Mit den Jahren wurde aus Lob und Chaos der Begriff Lob- Chaos, dann Lobcouse später Labskaus für dieses Matrosengericht.
So oder so soll das gewesen sein, von Seemannsgarn kann keine Rede sein…..?
Gern wird auch eine andere Variante erzählt, das ein einfallsreicher Smut habe Pökelfleisch durch den Wolf gedreht und mit anderen Zutaten wie Schiffszwieback zu Brei verkocht, weil viele Matrosen an Skorbut erkrankt und deshalb zahnlos waren.

Labskaus ist ein jahrhundertealtes Matrosengericht. Die Zutaten ließen sich gut auf den Schiffen aufbewahren. Der Name stammt wahrscheinlich vom englischen „lobs-cou(r)se“, was in etwa bedeutet: „Speise für derbe Männer“.
Nach traditionellem Rezept wird Labskaus, auf einer Grundlage aus Kartoffeln und Roter Bete, mit Pökelfleisch und Hering hergestellt.

Das erstmals 1706 von dem englischen Autor Ned Ward erwähnte Gericht für Seefahrer und Matrosen entstand in der Zeit der Segelschifffahrt und bestand wohl ursprünglich vor allem aus Pökelfleisch. Da auf Segelschiffen für jeden Matrosen Pökelfleisch zur vorgeschriebenen Ration gehörte, die Seeleute aber durch vom Skorbut schmerzende Zähne oft keine feste Nahrung essen konnten, wurde die Portion kleingehackt und püriert. Da zudem die Qualität der Nahrungsmittel mit zunehmender Länge der Reise litt, konnte damit auch minderwertiges Material kaschiert werden.

Ich bevorzuge die erste Version. ……..,mit einer Dose Becks pro Mann und Nase.

3

Kapitel 26 F225 Natoparty in Lissabon

In den Häfen, die der Verband anlief, wurden die Schiffe immer mit einer Lichterkette geschmückt. Diese Kette ging vom Bug über den Brückenmast bis zum tiefsten Punkt des Achterschiffes. Lissabon bildete hier natürlich keine Ausnahme. Die fünf Schiffe fuhren hintereinander vom Atlantik kommend Richtung Hafen. Von der Fregatte Braunschweig aus konnte man erkennen das alle schon dabei waren ihre Lichterketten auf zu ziehen.

„Frage Herr Kapitän: Dürfen wir unsere Kette auch schon installieren?“ Biggert hatte den Mut aufgebracht den übers Schiff laufenden Alten anzuquatschen. „Obermaat, diese Frage können sie sich selber beantworten. Wir repräsentativeren hier Deutschland. Wir werden hier in erster Geige an Oberdeck stehen und warten bis wir festgemacht haben. Wenn das alles erledigt ist, dann dürfen sie mit ihren Leuten den Lichterschmuck anlegen. Damit sie ein wenig Zeit rausschinden können, sei ihnen erlaubt unter Deck im Blaumann zu warten. Wegtreten.“ Jan und seine Kameraden waren sauer. An ihnen blieb es immer hängen diese blöden Ketten zu installieren. Wenn es gut lief, dann war in eineinhalb Stunden alles erledigt. In anderen Häfen war ihnen dieser Umstand bisher immer egal gewesen. Hier in Lissabon war es anders. Gerade hatte der Alte über Bordlautsprecher durchgegeben:

„Gegen 10 laufen wir ein. Teilen sie die Wachen so auf, dass jeder einige Stunden Landgang bekommt. Heute Abend haben wir Natoparty an Bord. Alle Kommandanten und Offiziere der anderen Schiffe kommen zu uns um ein wenig zu feiern. D.h.: Das Achterschiff wird im Laufe des Tages mit Sonnensegeln bespannt werden. Heute Abend laufen wir gegen zweiundzwanzig Uhr wieder aus. Und zwar alleine. Der Grund dafür liegt bei den Holländern. Die haben morgen einen Feiertag. Sie feiern die Befreiung von den Deutschen am fünften Mai 1945. Die wollen das groß feiern. Aber nicht mit uns. Das wäre ja noch schöner – eine Schmach wäre das für uns. Wir haben beim Verteidigungsministerium nachgefragt, wie wir uns verhalten sollen. Georg Leber selbst hat entschieden, dass wir einen Maschinenschaden (Heizergruß)

3Quelle Foto: fregatte-braunschweig.info/2015/09/03/heizergruss/ von Roland Berghorn

vortäuschen sollen. Dieser Schaden ist leider nur in Wilhelmshaven zu reparieren. Ha, ha. Also meine Herren, wundern sie sich nicht wenn wir beim Einlaufen gleich verdammt viel schwarzen Rauch aus dem Schornstein blasen. Der STO hat eine kleine Manipulation an den Dieseleinspritzungen vornehmen lassen. Offiziell verreckt uns dadurch gleich eine Maschine. Inoffiziell verpissen wir uns dadurch heute Abend. Meine Herren, das war`s. Genießen sie die paar Stunden Landaufenthalt.“

„Wo bin ich hier nur gelandet“, dachte Jan.

Gegen einundzwanzig Uhr dreißig kamen Lusches, Jürgen, Jan und einige andere von Land zurück. Sie waren die ausgeguckten Elektriker welche die Lichterkette mit demontieren sollten. Lissabon war ja ganz schön, aber da sie nur einige Stunden Zeit hatten sich die Schönheiten an zu schauen, hatten sie nur einige schöne Kneipen in der Nähe des Hafens besucht.

Die Natoparty war noch in vollem Gang. Von allen Schiffen waren alle hohen Dienstgrade komplett vertreten. Die Mannschaften waren wie immer bei solchen Anlässen in der Minderheit.

Im Längsgang war auf zehn Meter Länge eine Brettablage aufgestellt worden. Alle Offiziere hatten ihre Kopfbedeckung hier abgelegt. Jürgen wollte gerade, wie alle anderen, ins Deck runter hetzen um sich in den Blaumann zu schmeißen als er die mit dicken Goldrändern verzierten Mützen sah. „Ich will auch mal Offizier sein. Jungs seht her, diese passt mir besonders gut.“ Ehe die anderen eingreifen konnten hatte sich Jürgen die Mütze mit den dicksten Streifen aufgesetzt. Die Mütze war natürlich viel zu groß und rutschte ihm weit über die Stirn. „Mensch Jürgen mach kein Scheiß, das kostet dich etliche Wochenenden Landgangsperre. Leg die Mütze wieder hin und zieh dich um. Wir müssen gleich malochen“, rief Jan noch. Aber zu spät. Jürgen war schon unter den Partygästen. Im Längsgang bekamen die anderen noch mit, dass der allgemeine small talk verstummte. Sie hörten wie Jürgen rief:“ Stillgestanden meine Herren. Ich werde eine Rede halten.“ „Herr Obergefreiter, sehen sie zu, dass sie hier verschwinden. Nehmen sie die Mütze ab. Morgen früh melden sie sich bei mir auf der Stube. Wegtreten.“ Das waren eindeutige Worte vom IO. Etwas verstört kam Jürgen wieder bei den anderen an. „Mann Jürgen, wenn du schon gerne mal Offizier sein möchtest, dann hättest du dir doch eine andere Mütze nehmen können. Die, welche du gerade auf hattest, das ist die Mütze des Oberkommandierenden der Nato im Nordatlantik. Der Macker ist heute Abend auch hier an Bord.“ Ist mir scheiß egal. War ein geiles Gefühl mit dem alten Schinken auf dem Kopf.“

Die Party ging statt um zweiundzwanzig Uhr, erst eine Stunde später zu Ende. Als der letzte Gast von Bord war wurde in Windeseile der Lampenschmuck demontiert. Eine Minute vor Mitternacht legte die Braunschweig mit Kurs Wilhelmshaven ab. Die Showeinlage am Morgen mit dem qualmenden Schornstein hatten ja alle anderen mit bekommen. Der Kommodore des Geschwaders hatte noch seine besten Heimfahrtgrüße ausrichten lassen. Spätestens in einigen Tagen würde man sich in Wilhelmshaven auf seinem Schiff wieder sehen und dann dort eine Natoparty feiern.

 

Kapitel 24 F225 Angriff im Tiefflug

Sechsundzwanzigster April 1976, Tagebucheintrag

Um 18 Uhr wird die Dany von einem Torpedo, abgefeuert von einem U-Boot, aufs Korn genommen. Wir kriegen den Job, dieses scheiß U-Boot unschädlich zu machen….. War natürlich nur `ne Übung.

 

So, der Ernstfall ist eingetreten. Ein amerikanisches U-Boot hat eine rote Leuchtrakete abgeschossen. Es kann nicht auftauchen. Niemand weiß wo dieses Boot herkommt. Wir dürfen nicht mehr Außenbords lenzen. (pumpen) Um 22 Uhr 30 wurde das U-Boot noch nicht geortet.

Zwei Tage später hat sich das Boot als amerikanisches Atom-U-Boot zu erkennen gegeben. Die Jungs haben versehentlich eine Notrakete abgeschossen.

Neunundzwanzigster April 1976

Gestern Abend um halb 11 haben wir Gibraltar passiert. Auf Steuerbordseite konnte man den Lichterschein eines afrikanischen Städtchens sehen. Geile Aussicht, links ist Europa, rechts Afrika. Wir gehörten für 6 Stunden der 6. Amerikanischen Flotte an.

Inzwischen sind wir auf dem direkten Weg nach Lissabon.

Beobachtung an Oberdeck: zwei Düsenjäger kamen im Tiefflug angerauscht. Bin dabei fast in den Bach gefallen. Stand an die Außenwand gelehnt, über mir die Brücke, von niemanden einsehbar. Wollte nur einige Minuten im Stehen knacken. Die blöden Hunde kamen wie gesagt, im

2Tiefflug von hinten angerauscht.

Habe sie erst registriert als sie 50 m neben mir in gleicher Höhe vorbei flogen. Mit einer Affengeschwindigkeit. Konnte mich gerade noch an der Reling festhalten. Weil auf diesem Schiff alles eine Übung ist, wurden die Jets auch zur Übung. Als man sie auf dem Radar entdeckte, versuchte man verzweifelt dieselben auf die Kimme zu nehmen. Als die Geschütze endlich besetzt waren, konnte man von den Jägern nichts mehr sehen. Im Ernstfall hätten die uns einen beigepult. Eventuell laufen wir morgen in Lissabon ein.

 

Neue Ideen braucht die F225

Hallo F225 Crew,

F225 Ring

wir benötigen Eure Hilfe zu folgenden Themen:

  • Die Webseite (Was können wir verbessern ? Was gefällt euch?).
  • Was verantalten wir auf dem nächsten Crew Treffen.
  • Was können wir allgemein verbessern.
  • Was gefällt euch.
  • Neue Ideen…einfach alles was euch einfällt

Ich bitte um rege Teilnahme.

Wir wollen die Braunschweig Gemeinschaft aufrecht erhalten.

F225

Bitte Kommentare unter in den Feldern schreiben.

IMG_0003

Vielen Dank für die Teilnahme.