“Fregatte

Kapitel 23 F225 Kommodore kommt an Bord

Jürgen, Lusches und Jan hatten für eins der Hafenwochenenden in Halifax eine Rundfahrt für einige Leute der Heizerei organisiert. Man wollte einige Tage Urlaub nehmen und sich die Schönheiten der Landschaft anschauen. Von der Schiffsführung kam das OK und so ging es am Freitag mit los. Lusches hatte einen LKW-Führerschein und der Busvermieter akzeptierte ihn als Busführerschein.
Es ging Richtung Norden, auf der Halbinsel von Nova Scotia, rein in die unendlichen Wälder Kanadas. Lusches freute sich über den zwanzig Personen Bus. Bei seinen bisher gefahrenen Lkws hatte er noch nie eine funktionierende Lenkhilfe gehabt.
Übernachtet wurde zweimal in einem Motel. Für viele das erste Mal wieder, seit Wilhelmshaven, in einem bequemen Bett zu schlafen.
“Mensch Jan steh` endlich auf, gleich kriegen wir kein Frühstück mehr. Es ist schon acht Uhr“, rief Lusches.“ Seit einer halben Stunde versuch ich dich wach zu kriegen.“ Halifax ging vorüber und der Verband fuhr wieder Richtung Europa.
Ostermontag auf dem Atlantik, 19.4.1976.
Sonntagsroutine, mal kein Helotransfer, kein Arbeitsdienst. Ein Frischwassererzeuger ist wieder ausgefallen. Wir dürfen mal wieder nur mit Seewasser duschen. Das Schiff trägt uns weiter nach Osten. Die Sonne scheint und die See ist ein wenig bewegt. Am Abend wurde das Hauptdeck gesperrt. Wenn das schaukeln zunimmt, haben wir wieder eine unruhige Nacht mit wenig Schlaf vor uns. Donnerstag wollen wir auf den Versorger Emsland treffen.
Einundzwanzigster April 1976, Tagesablauf heute:
0 Uhr 10 in die Koje,
3 Uhr zwanzig wecken,
4-8 Uhr Wache,
8- 8 Uhr 45 Frühstück,
8 Uhr 45 – 9 Uhr 30 Reinschiff,
9 Uhr 30 – 11 Uhr 30 Arbeitsdienst,
11 Uhr 30 – 13 Uhr 30 Mittag,
13 Uhr 30 – 17 Uhr Arbeitsdienst, zwischendurch von 16- 18 Uhr Wache,
18 Uhr -18 Uhr 45 Abendbrot,
18 Uhr 45 -19 Uhr 45 Reinschiff,
19 Uhr 45 -23 Uhr 30 versucht etwas zu knacken, war nicht möglich weil wir eine Sauffete im Deck hatten,
ab 23 Uhr 30 warten auf 0 Uhr,
0 Uhr – 4 Uhr Wache, wecken wieder um 7 Uhr 30. Und das jeden Tag. Ob man da wohl von kaputt geht? Mann bin ich müde.
Zweiundzwanzigster April 1976
Gegen 8 kam der Kommodore per Boot an Bord. Um viertel vor 9 hatten wir den ersten Sichtkontakt mit der Emsland. Um 9 Uhr war wieder ein Helotransfer. Mittag wahrscheinlich Highline. (Versorgung in See) Um 15 Uhr Übung Mann über Bord. Weil`s eine Übung war gleich zweimal. Zur Übung wurde um viertel vor vier an drei Stellen gleichzeitig Feueralarm ausgelöst. Der Kommodore, ein Mann mit vielen dicken Goldstreifen auf der Schulter, hat sich von den Übungen beeindrucken lassen und verlässt das Schiff. Wir von der Schiffssicherung haben bei diesem Manöver voll in den Brechern gestanden, welche über die Schanz rollten. Scheißegal, brauchen wir wenigsten nicht mehr mit Seewasser duschen.

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Der Schiffskoch Atze, Oskar und Thomas

Der Schiffskoch

Wat ise ne Smut ?

Smut, Schmutt, Schmuud oder Smutje heißt ein Koch an Bord von Schiffen der Deutschen Marine. An Bord von Passagierschiffen spricht man hingegen vom Koch oder auch Schiffskoch.
Der Smut, hochdeutsch „Schmutz“, wurde ab etwa 1900 mit der niederdeutschen Verkleinerungsform -tje versehen, bedeutet also etwa Schmuddelchen oder Schmiedel Chen.
Zunächst als Scherzwort aufgekommen, gilt diese Personenbezeichnung an Bord nicht als abwertend.
Smutje – so nannten wir Seeleute unseren Koch liebevoll, bei welchem Reinlichkeit und die Zubereitung diverser Mahlzeiten und Mittelwächter die erste Tugend ist , müssen manchmal zu Gunsten eines Anlegemanöver am Fender oder am Geschütz als Mun.-gast ihre mehr weiblichen Pflichten zurückstellen und ihren Platz an irgend einem Posten gem. Rollenkarte einnehmen.

1Hier ein sogenannter Schmut als Posten Brandbeschleuniger

Auf modernen Fracht und Kreuzfahrtschiff wird der Koch „Chef“ genannt, hier ist „Smutje“ wieder zu einer Beleidigung geworden.
Bei der Marine ist der Koch der Chef

Die Schmutz waren und sind an Bord von Schiffen und Booten der Marine und auf Fregatten der Köln-Klasse für die Kulinarischen Manöver zuständig.
Aufgrund der langen Seezeiten ist die Aufgabe des Smuts für die Moral der Besatzungsmitglieder und der Seem.-Korp. von besonderer Bedeutung.
In seiner Stellung als Moral und Nahrungsmittelzubereiten nimmt er noch vor dem Kommandanten und dem Vorpickfahrer den Platz in der Hierarchie an Bord ein
Nächtliche Trinkrituale wurden zur Erhaltung der Einsatzfähigkeit und der Seetauglichkeit der Seem.-Korp durch den Smut mit leichten Action-Snaks und Dosenpfirsichen erhalten.
Der Smut entstammt einer alten Vorchristlichen Linie der Boküsen.
Am äußersten Zipfel ganz im Norden des deutsche Land lagen die Brutstätte und Aufzuchtgebiete der Smut.
Auf eine Insel ,fern jeglicher Zivilisation und Fremdeinflüssen, wuchsen die Jungsmuts in sogenannten Smutkolonien auf. Dort wurden sie von den Altschmuud in der hohen Kunst der Befütterung und der Speisenzubereitung unterrichtet um nach jahrelangen und qualvollen Aufzucht zum Smutje an Bord der wohl schönsten Schiffe der Flotte ihren Dienst in der Kombüse anzutreten.
Diese geheime Luftaufnahme zeigt die ehemaligem Brut-und Aufzuchtanlagen der Jungsmutjes

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Der Smut als solches ist ein scheues ,in weißen Tuch gehüllt und in Seestiefeln laufendes, in der Kombüse arbeitendes Wesen, das zur Gesunderhaltung und der Erhaltung der Manneskraft aller Besatzungsmitglieder beiträgt. Der Smut ist heute nur noch Selten in freier Laufbahn und an Bord von Schiffen der Marine anzutreffen.

IMG_9330340882207Sein Arbeitsgebiet war die Kombüse, das sogenannte Kabuff oder auch Kabäuschen .
Das Kabuff ist bekanntlich ein kleiner, dunkle enger Raum.
Das Wort Kombüse wird auf das Mittelniederländisch Kabuyse oder auch Kabuys zurückgeführt und erscheint erstmals im 15 Jahrhundert im Mittelniederdeutschen als Kabuse. Das Wort Kabuse bedeutet soviel wie Bretterverschlag als Küchenraum an Bord oder auch kleines niedriges Deckshaus zum Kochen.
Klein war das Kabäuschen der Braunschweig, aber wie im wahren Leben kommt es nun mal nicht immer auf die Größe an, sondern auf die inneren Werte und auf die, die was großes daraus machen und gemacht habe .
Dieses als kleines Dankeschön an die fast beste Verwendungsreihe der Welt.

Leider ist der Smut eine vom Aussterben bedrohte Verwendungsreihe. Seit 2007 sind die natürlichen Rückzugsgebiete und Brutstätte der Smuts bedroht bzw. durch die Zentralisierung der Brutstätte, wurde die Sylter Brutkolonie der Köche der Marine, den Smuts, zur Auswilderung freigegeben.
Seit 2007 erfolgt eine geplante Vermischung der landesweiten Brutstätten unter der Aufsicht der Grüntuchträgern. Die Elemente Luft-Erde-Wasser werden gemischt ,kurz bebrütet und heraus kommt ein KOCH…..
Die Sylter Brutstätte brachte die besten Jungsmuts der Marine und der Bundeswehr hervor. An Land und an Bord waren sie für ihre Qualität berühmt und berüchtigt.
Bei der Segelolympiade in Kiel 1972 versorgten die Smuts der MVS die Teilnehmer der Segelregatten.
Auch wurde die Kutterpullnationalmanschaft durch die Köche und Smuts der MVS ver- und besorgt. Traditionell gab es Labskaus aus der Feldküche, wobei der Marineachter ohne Steuermann „MoS“
Der Marineachter ohne Steuermann erlangte, bei den Kutterpullmeisterschaften auf der Kieler Aussenförde beim Meilenpullen einen beachtlichen 2.Platz vor dem Kutter Sowjet II mit Steuerfachkraft .
Dank D
Wie mein Vater zu sagen pflegte……ohne Mampf kein Kampf…..!
Wir haben auf der Braunschweig viel und gut gemampft und so manchen Kampf gekämpft.
SEIT 2007 GIBT ES IN DER MARINE KEINE SMUTS MEHR…….!
ROLAND….!?

Kapitel 22 F225 Olympia in Halifax

Jan hatte sich auch zu diesem olympischen Schwimmwettkampf angemeldet. Das Training war für die nächsten Tage immer um elf Uhr angesetzt. Der Kommodore des Natoverbandes hatte eine Schwimmhalle am Rande des Hafens jeden Tag für einige Stunden chartern lassen. Die Schwimmer der einzelnen Schiffe konnten in mehreren Becken gleichzeitig üben. Die Leute von der Fregatte Braunschweig durften nur in der zweiten Ausgehuniform mit einem kleinen Rucksack zur Schwimmhalle marschieren. „Links zwo drei vier“ war immer der monotone Satz von Biggert. Die Gruppe von fünfzehn Schwimmern marschierte im feinsten Paradeschritt durch den Hafen. Wieder einmal dachte Jan: wo bist du hier nur gelandet. Laut johlend wurden sie dann immer von den Crews der anderen Schiffe überholt. Diese hatten ihre privaten Sportklamotten an und rannten zwanglos zu ihrer Übungsstätte. „Hello sailors, lase you only time with that march, we practice already for our first place.“ Als die deutschen dann endlich eine viertel Stunde später im Umkleideraum des Bades ankamen, tobten die anderen schon im Wasser und spielten Wasserball zum „Aufwärmen“. Es kam am Ende wie es kommen musste. Der „olympische“ Wettkampf am Ende der Trainingswochen ging so aus, dass die Braunschweiger den fünften Platz bekamen. Immerhin den fünften von fünf möglichen.

 

 

Aus der Reihe Mythen Teil3

Teil 3

Die Äquatortaufe……..! Anlauf beginnt

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hier ein Blick durch das kristallene, in Fehgrau gehaltene Überwachungs-Bullauge des Unterwasserkristallpalasts vom Typ D 183, zeigt die Braunschweigfregatte beim Überqueren des atlantischen Tiefspülgrabens mit südlichem Kurs in Richtung der heiligen Linie.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Unterwasserkristallpalast bereits mehrere Augen auf das Treiben an Ober und Unterdeck des Fregattenschiffes geworfen.

Neptuns General Triton, Befehlshaber aller schwimmenden und fliegenden Verbände, der Wassergestützten Einheiten seiner Majestät Neptun, aller Seepferdchenbrigaden mit und ohne Seestern und des Aufklärungsgeschwader Äwacs, selbst gab den Befehl zur Aufklärung im Nah- und Fernbereich. Auch sollte eine Geheimwaffe eingesetzt werden, der so genannte pAul, ein Prototyp der nächsten Generation.

Das ÄwaCS “ Äquatoriales Early Warning Control System“ ist ein fliegendes mehrfach verwendbares essbares wassergestütztes Luftraumaufklärungssystem, mit dem Ziel der Früherkennung und Vorwarnung bei unautorisierten Überquerungen der subäquatorialen heiligen Linie.

Archivaufnahmen zeigen das ausgeflügelte System

2hier die Aufnahme eines fest instalierten ÄwaCS

3Dieser hier gezeigte Prototyp des ÄwaCS 11,wurde auch bei der Überwachung des Weißwurstäquator,des Aldi-Äquator,der Bieräquatoren und des Ofen-Äquator an der Grenze zu China,erfolgreich eingesetzt

4Wie schon berichtet, bereitete sich die Besatzung des Fregattenschiff Braunschweig auf die Überquerung der subäquatorialen heiligen Linie vor um in die klimatisch reinen Gewässer seiner Herrlichkeit einzudringen.

Seit Tagen waren die Vasallen der Kombüse damit beschäftigt, die für eine rituelle innere Reinigung benötigten Zutaten herzustellen und nach dem äquatorialem Reinheitsgebot anzusetzen?

Um den Läuterungstrunk gem. der äquatorialem Richtlinien und desherstellen zu können, mußten die Vandalen tief in die Trickkiste greifen.

Hierzu wurde der vergorene Saft der Becks Frucht aus dem Magen des Jungmatrosen angesogen und über ein ausgeklügeltes Leitungssystem an den Leitbullen transferiert und in einem Sammelband zur weiteren Bebrütung und Reifung abgegeben.

5Hier eine Rituele-Stereo-Reflux-Betankung

 

Geheime Zutaten, aus dem Buche „Über Geschmack kann man streiten, bei Labskaus hört der Spaß auf“ aus dem Grünalgen Verlag, wurden verarbeitet, angesetzt und bei angenehmen Temperaturen zu einem Vergärungsprozess angeregt.

Nach dem Motto „Verkorkst und Abgefüllt“ von Schmiedel und Co.

Nächtliche Implosionen in der Kombüse deuteten auf ein erfolgreiches Ansetzen der Reinigungzeriallien hin.

6Die Handwerker der Freunde der Äquatortaufe arbeiteten in und während ihrer Freiwachen an den Taufinstrumenten, die bei der Taufe erklingen sollten, um den Ungetauften ein Lobesgesang an unseren Heilbringer zu entlocken. Pranger und Taufbecken, Knebel und Säbel, Daumenschraube und Duschhaube, Sitzbecken und Windsack, all die schönen Sachen die die Täufer glücklich machen.
Der Vorpickfahrer bereitete unterdessen ein Probetaufbecken im Stb.-Kettenkasten vor. Zu diesem Zweck holte er per Hand ca. 5 Kettenlängen an Oberdeck…! Ca.

Leider mussten auch der für Zeiten der Dürre und der Trockenheit angelegte Vorrat des VPF an Kaltgetränken aus Bremen den Vorbereitungen weichen. Diese wurden in einer seemännischen Glanz und Einzelleistung unter Einhaltung der Kühlkette nach I Z 1 verbracht.
Na, wer weiß noch welche Last das war?

Die hier gezeigte Aufnahme zeigt den VPF nach dem Kettenverholen.

7Nach erfolgreichen Lenzen des Stb.-Kettenkasten, entdeckte der VPF einen ungebetenen Gast, einen Spion, einen Horchposten, eine Wanze, das Ohr Neptun, einen Mietarbeiter des Äquatorialem Aufklärungsgeschwaders,
einen MIB Mann In Badesachen .

Dieses Wesen hatte sich nach dem Auslaufen aus Schlicktown über das Trinkwasseraufbereitungssystem eingeschleust und laufend Meldung an den Unterwasserkristalpalast gesendet.

Dieses ist der erste dokumentierte Fall, das der Unterwasserkristallpalast einen so genannten pAUl eingesetzt hat.

Der Unterwasserkristallpalast verstößt hierbei eindeutig gegen die Genever Konfirmation, die den Einsatz von Heulbojen, Kreischschwaben und Erbeldingense untersagt.

8der pAUl
perkutaner Allzweck Unterwasser lungenatmer

gehört zur Gattung der Heizer oder auch Putzerfischen. Dieser putzige Geselle beheimatet alle 7 Weltmeere und den Ostsee. Seine bevorzugte Beute ist der harzer Roller, den er durch einen kreischartigen Gesang betäubt und im Ganzen verschlingt.

Durch den pAUl wurde der Unterwasserkristallpalast laufend über die Fortschritte und die Vorbereitungen zur Äquatortaufe informiert. Der pAUl sendete seine Nachrichten in einem hochfrequenten Sprechgesang der für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar ist.
Diese Fähigkeit machte den pAUl für den Unterwasserkristallpalast interessant und wurde für Multispionagezwecke eingesetzt.

Der neu eingerichtete ELOKA-Raum bekam 2 Tage vor Einlaufen in Douala Kamerun den Befehl, einen Funkspruch an den Unterwasserkristallpalast nach ELOKA Manier zu verschlüsseln und über das UT abzusenden.

2 links 2 rechts einen fallen lassen

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Vom Kommandeur der Task Gruppe 119/83

An den Unterwasserkristallpalast
– Neptun persönlich –

Hochwürdiger Herrscher aller Meere und Tümpel

Hier spricht der Führer jenes Häufleins unwürdiger Erdenbürger, den anzusprechen Ihr Euch vor einigen Tagen herabließet.

Die Kunde, die Ihr vernahmt, trifft zu. Es ist meine feste Absicht und Willen, auf dem Weg in südliche Gefilde die geheiligte Linie Eures Herrschaftsbereichs zu überqueren, wozu wir ganz untertänigst Eure Genehmigung und Beistand erbitten.
Als Termin der Überschreitung bitten wir den 12. November gnädigst reservieren zu wollen.
Die genaue Uhrzeit der Ankunft werden wir rechtzeitig übermitteln. Ich darf Eurer allherrschenden Hoheit berichten, dass der Großteil der freiwillig Beteiligten vom Schmutz
der nördlichen Halbkugel überreichlich bedeckt ist und der reinigenden Taufe dringend bedarf.

Allein auf diesem Blechgefäß, dem Fregattenschiff Braunschweig
welches 220 Seelen und die dazugehörigen sterblichen Hüllen notdürftig beherbergt, zählt man 210 Ungetaufte. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass der Rest von 10 die heilige Linie bereits ein- oder mehrmals überquert hat, was nachzuprüfen bei Durchsicht
Eurer Bücher Euch wohl kein Problem bereiten dürfte.
Zu diesem Zwecke Bitte ich euch, mir die Genehmigung zu erteilen, einen kleinen Teil der Besatzung im Rahmen einer Nottaufe nach den Richtlinien und Gesetzen gem. althergebrachter Sitte vom Schmutz der nördlichen Hemisphäre zu reinigen, um euch bei euren Erscheinen an Bord einen würdevollen Empfang zu gewährleisten und die Taufe gemäß dem Flunderevangelium durchführen zu können.

In aller Ehrfurcht
Euer
Vito Houselle

Auf eine Antwort aus damit Unterwasserkristallpalast brauchten die Horchposten am UT nicht lange warten. ………
Um 11 Uhr mittelozeanische Zeit konnte die Eloka’s den Funkspruch an die Brücke weitergeben.

An unseren getreuen Untertanen,
den Kommandanten der Braunschweig Hr. Kapitän zur See Hartmann und den Ersten Offizier Fregattenkapitän Lutz Feld….

Wir Neptun….

Beherrscher aller Meere, Gewässer, Seen, Flüsse, Teiche, Tümpel, Gräben, Moräste und Pfützen,
Herrscher über alle Bilgen, Ballast- und Trinkwassertanks,
Großmeisters des Hohen Ordens des Dreizacks,
Herzog aller fluiden Domäne
der Erste und Einzige,
Beherrscher aller Marinen und submarinen Territorien,
Rittmeister des Seepferdchenregiments Erster Klasse

Zum ersten Male naht sich das Fregattenschiff Braunschweig meines Reiches Mitte, die Besatzung der Linientaufe zuzuführen.
Alldieweil uns die Deutsche Marine von je her als Unsere treuesten Vasallen lieb und wert waren, erfüllt uns euer seltenes Erscheinen in unserem Reich mit tiefer Betrübnis.
Umso größer ist unsere Freunde und Genugtuung die Braunschweig in unseren Gebiete begrüßen zu können.
Ein Besonderer Gruß und unser herzlichstes Willkommen all denjenigen treuen Rittern und Vasallen, welche bis heute das Panier des Dreizacks auf dem genannten Fregattenschiff hochzuhalten und unser Regiment zu vertreten so außerordentlich löblich gelungen ist.
Somit Verfüge und genehmige ich Neptun,
Das all das ungetaufte Pack welches auf den Planken dieses so genannten Fregattenschiff Braunschweig wandelt einer gründlichen inneren und äußeren Reinigung zu unterziehen, so wie es althergebrachte Sitte in meinem Reiche ist und von uns selbst im Buche der Seefahrer, Band 3 Para-affen 225 niedergelegt und dekretieret ward.
Der zentnerschwere Schmutz und Gammel, der auf den schwarzen Seelen und ungewaschenen Kadavern ruht soll auf eine ganz humane Art und Weise entfernt werden, so dass Ihr in Zukunft unsere Linie als saubere und aufrechte Leute überqueren könnt.
Gemäß der ozeanischen Rechterlassen und den
Durchführungsbestimmungen der subäquatorialen Einwanderungsbehörde genehmige ich hiermit die Durchführung einer Nottaufe am16.November in meinem Namen zur Aufrechterhaltung der Reinigungzeremonie zum Überqueren der heiligen Linie.

Desweiter ordne ich hiermit an und entspreche eurem Gesuch
das sich das Fregattenschiff Braunschweig am 17. November, 10.00 Z auf Position 00.00N/S und 00.00 W/E einzufinden hat und mit stehender Welle mein Erscheinen nebst meiner holden Gattin und Hofstaat im demütigen und im frisch gepönten Kleide zu erwarten. Ich gehe selbstverständlich davon aus, das ihr rostige Seelenverkäufer die Braunschweig, sich gem. der von mir niedergeschrieben Reinigungzeremonie vorbereitet hat und in ausreichendem Maß Leuterungsflüssigkeiten und Brechmittel vorhanden sind.

MfG
Neptun

P.S. Dieses Schreiben ist umgehend der Besatzung zur Einsicht freizugeben.

So geschehen am Tage der Herr anno 1983 im Zeichen der Dreizack,
drei Tage vor erreichen derzeitigen Linie…….
Der Countdown hat begonnen……..in der Vorpick brennt noch Licht.

ENDE Teil 3

Kapitel 21 F225 Gefahr bei Schräglage

Der Himmel ist Wolkenverhangen. Das Schiff hebt sich kaum vom grau der Umgebung ab. Draußen ist mittlerer Seegang. Wir sind in einem Sturmtief, welches sich laut Wetterbericht über dem ganzen nördlichen Atlantik ausgebreitet hat, hinein geraten. Am Morgen hatten wir dreimal Schräglage von 45°. Die Ansaugschächte für die Seewasser-Kühlpumpen sind bei dieser Gelegenheit an die Wasseroberfläche aus dem Wasser heraus gekommen Es wurde für einen Moment Luft angesaugt. Die Motoren wurden dadurch für Minuten zu heiß.
Bemerkung des STO`s: „Wenn das Schiff eine theoretisch mögliche Schräglage von 70° bekommt, sollten wir zu sehen, dass wir unsere Schwimmwesten ankriegen. Wahrscheinlich richtet sich der Dampfer dann nicht mehr auf.“ Mein Kommentar dazu: Witzbold.
Beide Frischwassererzeuger sind auch ausgefallen. Wasserzuteilung wurde verfügt. Duschen darf man nur noch mit Seewasser. Von der Heizerei sind inzwischen sechs Leute ausgefallen. Immer mehr Leute fühlen sich unwohl, Erkältungen, Rückenschmerzen, eben Grippe. Die Außentemperatur (im Moment nicht bekannt) fällt täglich.
Kam gerade über den Bordlautsprecher: Navigationsmeister hat ausgerechnet, dass wir erst Dienstag im Schwerpunkt dieses Tiefs sind. Draußen haben wir nun schon Windstärke zehn. Windgeschwindigkeit zweiundfünfzig Knoten. Das kann ja noch heiter werden.

Auf dem Atlantik, Montag den fünfzehnten März 1976.
Das Wetter hat sich gebessert. Die See hat sich beruhigt. Am Morgen haben wir ein schwimmendes Floß mit einem 1500 m langen Tampen in Schlepp genommen. Dieses Floß soll eine Wasserfontäne erzeugen. Diese Fontäne soll den anderen Schiffen als Ziel dienen. D.h. Es wird auf dieses Ding geschossen. Weiterhin bedeutet dies, dass darauf geballert wird. Wenn die anderen schlecht zielen, dann haben wir schlechte Karten. Vielleicht kriegen wir dann eine Ladung aufs Dach und saufen ab.
Kommandantendurchsage: „Für die Nacht ist schweres Wetter angesagt. Zurzeit haben wir vom achtern aufbäumenden Wind.
Das Wetter ist wieder diesig, Sichtweite eine Meile. Um das Schiff seefester zu machen müssen wir die achtern Trimmzellen auffüllen. Für die Trimmung vorne werden sie nun die vorhandenen Bierfässer vom Vorschiff zum Achterschiff bringen. Fassen sie das Ganze als Übung unter beschwerten Bedingungen auf.“ Soweit die Durchsage.
Achtzehnter März 1976
Die See ist immer noch aufgewühlt. Schlafen war letzte Nacht nur mit Schwierigkeiten verbunden. Immer wenn man gerade eingeschlafen war, machte das Schiff einen Sprung von gefühlten zehn bis fünfzehn Meter in die Tiefe. Oder war es doch etwas weniger? Die sicherste Art bei so einem Wetter zu knacken ist mit dem Rücken an die Kojenwand, ein Bein anwinkeln, z.B. das rechte und mit dem linken Arm über den Kopf greifen. An der anderen Seite festhalten.
Im Moment schlingert der Kahn wie wild hin und her. Das Betreten des Oberdecks ist wieder verboten. Die Außentemperatur beträgt noch vier Grad. Morgen gegen dreizehn Uhr wollen wir in Halifax einlaufen. Bei unserer Reisegeschwindigkeit von sechs Knoten bezweifele ich das.
Neunzehnter März1976
Die See hat sich beruhigt. Strahlender Sonnenschein. Neun Grad Minus. Das ganze Schiff ist mit einer zwei Zentimeter dicken Eisschicht überzogen. Wir haben mehrere Stunden Eis abgeschlagen.
Am Horizont kann man Land sehen. Brauner Fels erhebt sich in Silhouetten vom Horizont ab. Um sechzehn Uhr fünf haben wir in Halifax festgemacht. Weil dieses Jahr hier in Kanada die olympischen Spiele stattfinden, soll mit den Leuten vom Verband der Stanavforland ein Schwimmwettbewerb durchgeführt werden.

Interessengemeinschaft F225

Verein Interessensgemeinschaft der ehemaligen Besatzungsmitglieder der Fregatte Braunschweig.

Der ein oder andere wird sich bei der Buchung der Kojen gewundert haben , warum es ein Konto mit der Bezeichnung Interessensgemeinschaft der ehemaligen Besatzungsmitglieder der Fregatte Braunschweig gibt.
Das ist eigentlich recht schnell erklärt.
Da wir ein kostenloses Konto haben wollten, auf dem wir die Vorkasse für die Kojen Buchungen bei unserem Treffen einzahlen können und ein Konto von dem auch die Seite der Fregatte Braunschweig bezahlt wird, kam für uns die Skat Bank infrage. Da dort aber nur Vereine ein Kostenloses Konto bekommen haben wir kurzerhand den oben beschriebenen nicht eingetragenen Verein gegründet.
Ein weiterer Vorteil davon ist, das wir dann auch nicht einer alleine auf das Konto Zugriff hat, sondern das wir 2 Leute haben, die auf das Konto zugreifen können und sich gegenseitig kontrollieren.
Deshalb werden wir m Freitag in Wilhelmshaven, bei unserem Treffen, auch kurz die Jahreshauptversammlung abhalten. Wer Interesse hat kann selbstverständlich noch beitreten. Ob wir einen Mitgliedsbeitrag erheben müssen oder nicht werden wir inklusive der Wahlen der Gremien (Kassierer, Kassenwart, Vorstand usw.) auch an dem Abend beschließen.

Gerd Ploeger

Kapitel 20 F225 „Los jagt ihn“

Nächste Woche wollen sie hier das Fahren mit der Flotte üben. Es sind ca. siebzig Kriegsschiffe angekündigt worden. Das Manöver wird den Namen „Save Past 76“ haben. Sieben Schiffe sollen uns am Ende der Übung bis Halifax begleiten.
Bei Windstärke sechs bis sieben auf dem Atlantik, unter Manöverbedingungen, war das Leben an Bord nicht gerade das angenehmste. Der gerade im Tagebuch beschriebene Verband fuhr mit hoher Geschwindigkeit die Ostküste hinauf. Von Küste konnte man eigentlich nicht mehr sprechen, diese war dreihundert Seemeilen entfernt. Die Braunschweig umkreiste, wie beschrieben mit hoher Geschwindigkeit alle Schiffe. Ein „russisches Feindschiff“, in diesem Fall eine kanadische Korvette, hatte den Auftrag einen Flugzeugträger in der Mitte des Verbandes an zu greifen. Sie tauchte plötzlich aus dem Nichts auf und kam im neunzig Grad Winkel auf die Braunschweig zu gerast. „Himmel Arsch und Zwirn. Sofort Backbord beidrehen. Dieser verdammte „Russe“ will uns die Breitseite aufreißen. Maschinen volle Kraft voraus.“ Der Kapitän war außer sich. Die Korvette kam stumpf auf die Braunschweig zu gefahren. Sie machte keine Manöver um aus zu weichen. Die beiden Schiffe waren noch dreihundert Meter voneinander entfernt. Da fing die Korvette endlich an ab zu drehen. Aber es war schon zu spät. Die hohe Geschwindigkeit hatte zur Folge, dass sie mit ihrem Heck zwar noch rum kam, die Braunschweig aber noch knutschte. Der Turbinenansaugschacht und Geschütz drei, beides auf Steuerbordseite, wurden erheblich beschädigt. Die Besatzung hatte noch einmal Glück gehabt. Beschädigungen unter der Wasseroberkante waren nicht zu verzeichnen. Das Manöver wurde mit unverminderter Härte weitergeführt. Der IO meinte:“ In Wilhelmshaven müssen wir wohl rückwärts oder bei Nacht und Nebel einlaufen. Ist das peinlich.“
Als Jan nachts durch sein Schiff patrouillierte um seine Temperaturen, Drücke usw. zu notieren, machte er auch einen kleinen Abstecher über die Brücke. Unten erfuhr man ja sonst nicht, was oben so los war. ……„Sehen sie das meine Herren, dieser verdammte Russe. Da vorne ist er wieder. Der versucht doch schon wieder in den inneren Kreis rein zu kommen. Na warte Bürschchen. Heute Morgen hast du versucht mein Schiff zu versenken. Jetzt versenken wir dich. Los jagt ihn!“ Die ganze Brückencrew starrte gebannt auf das grünlich schimmernde Radar. Jan war oben am Treppengeländer stehen geblieben und traute seinen Ohren nicht. Die denken ja wohl das hier alles war ist. Mensch Leute, der ganze Scheiß hier ist eine Übung. Macht bloß kein Blödsinn, dachte er. Da die Brücke auf einem Kriegsschiff relativ dunkel ist, bemerkte ihn keiner. „Los, wir überholen ihn und fahren dann volle Pulle in seine Breitseite. Das Schwein versenken wir.“ Die Korvette hatte mitbekommen, dass sie verfolgt wurde. Urplötzlich wurde der Abstand zwischen den Schiffen größer. Der kanadische Kapitän hatte Lunte gerochen und ließ sein Schiff mit größter möglicher Geschwindigkeit eine große Rechtskurve fahren. Die Braunschweig war nicht mehr in der Lage zu folgen. „Dieses feige Schwein. Nun zieht der den Schwanz ein und verpisst sich. Ist wohl auch besser so, der wäre uns sonst beim Crash noch abgesoffen. Ha, ha, ha.“

Kapitel 19 F225 Ladys suchen Jaansen

Von Roosevelt Roads fuhr die Standing Navel Force Atlantic weiter nach San Juan. Jan hatte mal wieder Pantrywache. Das ganze Schiff war an diesem Sonntagmorgen wie ausgestorben. Fast alle genossen den Landgang. Normalerweise hätte Jan auch an Land gehen können, von den Bootsleuten war sowieso niemand an Bord. Aber, so hieß es, „wenn einer von uns zurückkommt, dann braucht er einen Pantry (Steward) zum Bedienen. Außerdem hatten sie ja in New Orleans mehr Landgang als alle anderen.“ Gegen dieses Argument konnte man sich nicht durchsetzen. Jan hatte sich ein Buch geschnappt und es sich auf dem Heizerdeck bequem gemacht. „Ruf mich doch bitte aus, wenn einer von meinen Herren an Bord kommt“, hatte er der Wache mitgeteilt. „Klar, kein Problem, leg dich in Sonne. Jan war gerade ein wenig eingenickt, als eine Lautsprecherdurchsage ihn aufschreckte. „Obergefreiter Webau mit Beeilung auf die Pier, Damenbesuch.“ Diese Durchsage kannte er ja schon. Wenige Augenblicke später war er auf der Pier. Eine braungebrannte Schönheit erwartete ihn. Von Manu weit und breit nichts zu sehen. „Hallo Sailor, I like to see Mr. Jaansen. He is my friend.” Jaansen, das war doch der E-Meister. Dieser war natürlich irgendwo an Land. Jan hatte sofort einen Plan.

Besser mit der Freundin vom E-Meister in der Bootsmanspantry sitzen als alleine in der Sonne schmoren.

“Come on, follow me. Jaansen comes bag in the next time.” Hoffentlich bleibt der noch lange weg, dachte Jan und führte die junge Dame in die Pantry.

Sie wollte gleich ein German Beer haben. War alles kein Problem. Jan hatte in der Pantry die Möglichkeit alles zu besorgen was das Herz an kulinarischen Genüssen verlangte. Er hatte die Strichliste von Jaansen aus dem Schrank geholt und schrieb das Bier auf. Die Puertoricanerin konnte kein Englisch und Jan kein spanisch. Ein Dialog kam trotzdem mit Händen und Füßen zustande.

Obergefreiter Webau mit Beeilung auf die Pier, Damenbesuch.“ Nu is aber gut, wer will denn schon wieder was von mir? Die gleiche Szenerie wie Minuten zu vor, wiederholte sich. Eine junge Frau wollte zu Jaansen. Sie erklärte eine Freundin von ihm zu sein. Du alter Schwerenöter. Sonst erzählst du nur immer was vom Ohm’schen Gesetz und weißt nicht einmal, dass es auch was anderes wie Männer gibt. Und hier kommt eine Lady nach der anderen, dachte Jan und dirigierte seine neue Dame in die Pantry. Um es kurz zu machen, drei weitere Inselschönheiten trafen innerhalb der nächsten halben Stunde ein und wollten zu Jaansen. Es stellte sich heraus dass sie Jaansen alle bei einer seiner früheren Fahrten nach Puerto Rico kennen gelernt hatten. Jan war nun der Hahn im Korb. Wenn die Strichliste für fünf Frauen reichte, dann würde Jaansen bestimmt nicht dagegen haben für ihn auch einige Bier aus zu geben. Die Frauen schnatterten alle durcheinander und Jan konnte immer nur das Wort Jaansen identifizieren.

Nach einigen Stunden kam der Casanova Jaansen von Land zurück. „Mann Webau, warum haben sie mich nicht vorgewarnt? Klar kenne ich die ganzen Weiber hier. Aber alle auf einen Haufen. Das gibt ein Unglück. Egal, nun sind schon mal alle hier und sie vertragen sich ja auch ganz gut. Geben sie mir auch eins von den gezapften Bieren.“

 

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