“Fregatte

Weihnachten 2015

Hallo Harry,
ich wünsche Dir und Deiner Familie ein gutes neues Jahr.
Bedanken möchte ich mich für Deine Mühe und Arbeit.
Ich habe 1997 das erste Treffen für die Braunschweig in Whv. organisiert. Damals war der Anlaß 25 Jahre nach unser SFN , die
in der Zeit vom 4.Januar 1972 bis zum 10.Juni 1972 dauerte.

Weitere Besatzungstreffen fanden dann in den Jahren  2002, 2006, 2009, 2012, und 2015 statt.
Unser leider verstorbener Kommandant Fregatten-Kapitän Heyden war bis 2009 immer dabei.
Seit 2009 organisiert Klaus Grigat unser  Besatungstreffen.
Es ist immer wieder eine große Freude, wenn Klaus uns auf die Kap Arkona in Whv. einlädt.
Das nächste Treffen ist für 2017 geplant.
Ich glaube,daß sich viele Kameraden gar nicht bewußt sind,wieviel Arbeit,Zeit und Mühe Ihr beide für uns aufbringt.
Dafür nochmals ein Dankeschön.
Ich gehe davon aus, daß Du mit Klaus bereits Kontakt hattest.

Gruß

Helmut
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Hallo Harry,
ich wünsche Dir und allen Seefahrern der Fregatte Braunschweig schöne Feiertage.
Habe auf Euren Seiten einen interessanten Bericht gelesen über die Äquatortaufe.
Werde da mal einen neuen Link setzen auf der Internetpräsenz der Fregatte Emden mit Hinweis auf den Bericht.
Unser Roland wird nun berühmt.
Lass es Dir gut gehen und genieße die Feiertage.
Kameradschaftlicher Gruß
Udo
test
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Hallo Harry,

Danke für die guten Wünsche.
Das gleiche wünsche ich Dir und Deiner Familie auch.

Habe mich mal auf der Internetseite umgeschaut und im Foum
angemeldet. 
Ich finde die Seite sehr informativ und sehr gut gemacht.
Herzlichen Glückwunsch dazu.
Da werden nochmal alte Erinnerungen wach. Wunderbar !!!

Ich bin ja schon ein etwas älteres Semester (Bordzeit Jan. - Dez.1967)
Unsere See-Zeit war verhältnisweise kurz, unsere Bordzeit begann im Trockendock
in Hamburg und anschliesend, nach einer Probefahrt bis vor Helgoland, noch lange 
in Kiel zu weiteren Arbeiten. Ich meine es war so mitte Mai als wir zum ersten Mal 
unseren damaligen Heimathafen Cuxhaven gesehen haben.

Im Juli sind wir dann nach Philadelphia und nach Lissabon gefahren.
Als W-18zener habe ich damals eine schöne Zeit an Bord gehabt.

Irgendwann, ich denke mal an 2017, werde ich, wenn ich darf, auch einmal an
einem Treffen teilnehmen.

Viele Grüße

Rudolf <Rudi> Claßen

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Hallo Harry,

danke für Deine Grüße und guten Wüsche in Deiner mail.

Und….Glückwunsch zu der hervorragenden page über unsere Fregatte.

Ich bin seinerzeit noch auf das Geleitboot „Braunschweig“ eigeschifft worden.

Während meiner Zeit auf dem Schiff kam dann die Umbenennung.

Nach meiner Bordzeit hat es mich zu den Marinefliegern verschlagen, wo ich

bis zu meiner Pensionierung blieb. (Zunächst M F G 3 und später M F G 5)

Ich wünsche ein gesundes Neues Jahr.

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Helmut Mannheimer

Aus der Reihe Mythen Teil1

Aus der Reihe Mythen-Traditionen-Seemannsgarn und Aberglaube in der alten Marine

Heute:
Die Äquatortaufe……..!

Ritual oder der Glaube an ein Leben nach der Äquatortaufe
Danach ist alles anders.
Gestern noch Ungläubig, heute gereinigt und geläutert.
Das Licht am Ende der Taufe
Aberglaube oder Tradition
Götzenhuldigung
Der Mythos der Äquatortaufe, das Gefühl der Verbundenheit und Kameradschaft
Ich gehöre dazu…….!
Wir sind gereinigt und befreit..
Getauft aber glücklich
Mein Name ist kleiner Hering….
Kraft durch Seewassertaufe
Sauber muss er sein, sauber…!

Bei der Deutschen Marine ist die Äquatortaufe durch Weisung des Inspekteurs der Marine seit 2011 offiziell abgeschafft. Zuvor war sie unter Einhaltung des strengen Regelwerks des Befehlshabers der Flotte, unter dem Freiwilligkeitsprinzip, unter Achtung der Menschenwürde und unter Aufsicht der Schiffsführung und des Schiffsarztes gestattet. genau so war das, aber genau so

Seit April 2011 sind diese Art von Ritualen, Aberglaube, Taufzeremonien und Götterverherrlichungen zur Erlangen einer Kameradschaft und des Wir-Gefühl, untersagt und verboten.
Der Bildzeitung sei dank!

Rückblende……………

Der Blaue Peter war vor 24 Std. gesetzt worden.

In einer Zeit, als es bei der Bundesmarine noch zwei Marinemusikkorps gab, man höre und staune, die Nord und der Ost See hatten jeweils ein eigenes Marinemusikkorps ,begab es sich, das das deutsche Fregattenschiff Braunschweig sich anstellte zur Afrika AAG 119/83 auszulaufen.

Unter Führung des Kapitän zur See und Kommandeur des 2. Geleitgeschwaders CTG 421.8 Herrn Vito Houselle legte die Task Group 421.8 bestehend aus dem Zerstörerschiff HESSEN, der Fregatte BRAUNSCHWEIG und dem Versorger GLÜCKSBURG, am 17. Oktober 1983 um 10:00 MEZ von unserem Heimatliegeplatz der TIRPITZ-BRÜCKE. Nur für Uwe

1

Das Marinemusikkorps spielte wie üblich „muss Sie den muss Sie den zum Städtele hinaus“….wieso eigentlich Sie, zu dieser Zeit waren Frauen an Bord noch undenkbar und brachten bekannterweise Unglück über Schiff und Besatzung.
Zitat des Wachplanaufsteller“ „Unnerröck an Bord – dat gifft Malheur“.

2

Nach dem Ablegen ohne Schlepperhilfe und einigen gezielten Ruderlagen des Vorpickfahrer,
passierten wir als zweites Schiff die Molenköpfe der 4. Einfahrt, im Hintergrund war noch das Marinemusikkorps zu hören, die noch mal alles rausholten was ging “Junge komm bald wieder“ oder so.
Revierfahrt-Revierfahrt…..Auslaufbier in der Vorpick…es wurde noch eine Münze über Bord geworfen.

Wir waren auf dem Weg in die südliche Hemisphäre, in die Heimat unseres Beschützer und Heilbringer.

Mit dem Befehl „alle Leinen los und ein“, war ein Urteil gefällt worden, das noch bis in die heutige Zeit für alle beteiligten der Task Croup , insbesondere der Besatzung der F 225 folgen hatte.
Es war eine verlustreiche Fahrt, wir mussten unseren Kommandanten Ertl opfern, bekamen aber Ersatz aus dem Deutsche Land…..! Kpt. Hartmann führte die Reise der verlorenen Seelen weiter bis an ihr Ende.

Der Weg ist das Ziel…..wir waren auf dem Weg, auf dem Weg ins Ungewisse, war würde uns erwarten…, kehren wir zurück, sehen wir unsere Lieben wieder, hat der Vorpickfahrer genug Bier gebunkert……
Seit Menschen Gedenken, sei Schiffe die Weltmeere bereisen, seit der Mensch seine Füße auf Schiffsplanken stellte, seit die Urahnen aller Seeleute , die einzig wahren und immer Gutaussehenden Seelords ,die Elfen des tiefen Wasser bzw. die Elfer, sich aufmachten um neue Welten zu entdecken, Galaxien zu erforschen „ liegt in der Nähe von Neapel“ reiste immer die Angst mit, die Angst vor dem Ungewissen,
Zu einer Zeit, als der Glaube noch eine wichtige Rolle spielte “nicht die Berge-Rolle“, als das Meer noch eine unbekannte Größe war, herrschte der Glaube und die Gewissheit, das sich dort, in den unendlichen Tiefen, Seeungeheuern, Monster, Schmaddings und Meerjungfrauen “ich habe mal eine gesehen“ tummeln.
Zudem herrschte der Glaube bei den in blauem Tuch gehüllten, dass die Äquatorregion zu heiß sei um sie zu bewohnen, geschweige den, denn Äquator zu überqueren und eine Seereise in die südliche Hemisphäre unweigerlich tödlich verlaufen muss.
Schlimmer noch, warmes Becks aus der Dose.
Einige von den in blauem Tuch gehüllten waren und sind immer noch der Meinung, dass die Erde eine Scheibe sei und sie beim Überqueren des Äquators von der Erde fallen würden.

Blödsinn, die Erde ist ein Teller

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Der Äquator sei durch ein mächtiges Wesen bewacht, einer Gottheit, ein Titan mit Bart, meist halb bekleidet oder nackt, den Dreizack in der Rechten oder Linken.

Ihm galt es zu gefallen, dem Herrscher von Groß Ozeanien, beschützter aller Kiemenatmer.
Ihr kennt Ihn….!
Nee, nicht the Men in rotem Tuch

Wir Seefahrer sind ein eigenartiges aber Gutaussehendes Völkchen, prächtige Gestallten, von Hochgewachsener Statur, mal mehr oder weniger, ohne Furcht und wenig Tadel. Wir dachten, das wir mit allen Wassern gewaschen sind…., das kann doch einen Seemann nicht erschüttern….!

Ich weiß noch wie heute, es waren genau 3 oder 4 Tage und Nächte her, das wir in Schlicktown abgelegt hatten, die ersten die es bemerkten, waren der Posten Rettungsboje und der Posten am UT….Unterwassertelefon

Es war erst nur ein leises Rauschen das über das UT kam, der Posten Rettungsboje wurde im Schlaf geweckt, quälet sich mühsam aus die Segellast ,der Funkraum empfang erst noch verschlüsselte Nachrichten, in einer uns unbekannten Sprache, hatten wir eine Nachricht aus dem Weltraum empfangen? Krieg oder was…………
Da hatte man aber die Rechnung ohne den Funkraum gemacht. Diese konnten über ein kompliziertes System den Text entschlüsseln…………………
Hierzu stand dem Funkmeister und seinen Vandalen das Modernste, was die deutsche Marinetechnik und Ingenieurkunst zu bieten hatte, zur Verfügung.

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Was wir dort zu Lesen bekamen, versetzte die gesamte Besatzung in einen Schockzustand, die Besatzung ging in den Kriegsmarschzustand über, die Dauerwächter gingen auf Koje, in der Vorpick aber brannte noch das Licht……..!!

Ende Teil 1…

demnächst mehr…..bestimmt!
Frohe Weihnachten

Ihr Getauften und Ungetauften…

Und eine besinnliche Zeit unter dem Tannenbaum.

Denkt daran, wenn ihr die Toilettenspülung drückt,
einen Gruß für unseren, ihr wisst wenn ich meine, Mitzusenden.

Kapitel 10 Weihnachten auf der Braunschweig

HEILIGABEND IM HAFEN
Es war der 24.12.1975, morgens, so gegen 1.30 Uhr. Fast alle an Bord von Fregatte Braunschweig waren zufrieden. Noch einige Stunden, dann konnte die lang ersehnte Weihnachtsdienstbefreiung beginnen. Der „Alte“ gab über alle Bordlautsprecher bekannt, dass in dem Moment, wo das Schiff mit allen Versorgungsleitungen Landverbindung habe, Feierabend sei. Ein allgemeines, fröhliches Raunen ging durchs Schiff.
„In 15 Minuten kommt der Zoll an Bord. Sie brauchen dann nur die schon ausgehändigten Zollerklärungen unterschrieben zurückzugeben. Außerdem wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein geruhsames Weihnachtsfest!“
Klar, diese Zollerklärungen hatte jeder fertig. Aber so ein Schiff hat so viele Verstecke, die müssen die Jungs vom Zoll erst mal aufspüren. Jeder hatte irgendwo eine Stange Zigaretten oder eine Flasche Hochprozentigen versteckt.
Die Nacht war pechschwarz und über dem Wasser mit Nebel durchwachsen. Kleine Eiskristalle bildeten sich auf dem ganzen Oberdeck. Auf Steuerbordseite konnte man über den Nebeln das gleichmäßige Blitzen des Wangerooger Leuchtturms sehen. Die Fregatte kam zurück, von Portland in Südengland. Man hatte die letzten 8 Stunden die Turbinen mit auf die Wellen geschaltet, um schnell nach Wilhelmshaven zu gelangen. Irgendwo in der Ferne dröhnte das Nebelhorn eines auslaufenden Dampfers.
Als die Fregatte wenig später an der Pier festmachte, war sich niemand zu schade, die Landverbindungen -Telefon, Wasser, Energie – von Landversorgungsstellen zum Schiff zu ziehen. Dennoch, es waren nicht alle an Bord zufrieden. Einige hatten kein wach frei und mussten die Feiertage über an Bord bleiben.
Weihnachten und auf so ‘m ollen Dampfer rumhängen. Jeder konnte sich etwas Besseres vorstellen. Die Familie würde am Abend zusammensitzen und Geschenke verteilen, die Kinder würden fragen, wo denn der Papa schon wieder sei, wenigstens am Heiligen Abend könnte er ‚mal zu Hause sein.
Aus Nordwest blies ein eisiger Wind durch den Hafen. Die Temperatur war gegen Morgen auf minus 16 Grad abgefallen. Vereinzelte Schneeflocken bildeten langsam Pulks und versuchten sich im Aufbau von kleinen Verwehungen. Der nächtliche Nebel hatte sich verflüchtigt. Manchmal riss die Wolkendecke auf, und die niedrig stehende Wintersonne blinzelte einsam hervor.
Alle 30 zur Bordwache eingeteilten Sailors hatten irgendwie schlechte Laune. Vorm Frühstück merkte dann auch noch jemand, dass die Taue in der letzten Nacht beim Festmachen etwas zu kurz angebunden wurden. Die auflaufende Flut hatte das Schiff einfach etwas angehoben und in eine Schräglage gedrückt. Die Anwesenden Mariner mussten auf die Pier kommen und die strammen Leinen gemeinsam lösen und neu vertäuen. Manch unschöner Fluch verließ an diesem Morgen die Kehlen der Durchgefrorenen.
In der Kombüse versuchte der Smutje, die schlechte Laune der Leute ein wenig aufzuhellen. Zum Frühstück gab’s Punsch, frische, eigens hergestellte Brötchen, Marmelade, Käse und Knuspergebäck. Das in der Nacht gebackene Knuspergebäck verbreitete im ganzen Schiff einen unheimlich tollen Geruch von Mandeln, Zimt, Schokolade und sonstigen weihnachtlichen Düften. Als Zugabe konnte sich jeder noch einen großen, überdimensionalen Weihnachtsmann aus feinster Schokolade in der Kombüse abholen. An diesem Morgen strich der Smutje sehr viel Lob ein.

Auf jedem Marineschiff gibt es auch einen Wachhabenden im Hafen. An diesem 24.12. war es Oberbootsmann Wittenberg. Er war seit acht Monaten nicht mehr nach Hause gekommen. In irgendeinem ausländischen Hafen wurde er von seinem Minensuchboot auf die Fregatte Braunschweig versetzt.
Im Augenblick musste er dauernd an seine Frau denken, sie sollte in diesen Tagen ihr erstes Kind bekommen. Eine große Traurigkeit befiel ihn. Es war in den letzten Tagen nicht möglich gewesen, diese Weihnachtswache zu tauschen. Sogar anzurufen war an diesem Vormittag nicht drin. Der Sturm hatte irgendwelche Telefonüberlandleitungen gekappt.
Wittenberg dachte verbittert an seinen Kapitän. Dieser hatte in letzter Instanz entschieden, dass diese Wache unbedingt von ihm zu absolvieren sei. Er könne ja dafür Silvester nach Hause fahren. „Scheiß Marine. Warum hab‘ ich mich nur verpflichtet?“ schimpfte Wittenberg.
Am späten Nachmittag legte sich der Sturm. Das Schneegestöber ging in ein kontinuierliches schneien über. Auf der Autobahn nach Wilhelmshaven kroch langsam eine rote Limousine an den Verwehungen entlang. Sie hatte als Ziel, das Marinearsenal mit der vorhin erwähnten Fregatte Braunschweig.
An Bord hatte man das Beste aus dem Tag gemacht: Kantine mit einem Weihnachtsbaum schmücken, Punsch trinken, Gebäck essen, an die Lieben zu Hause denken, kein Tagesdienst . . . Oberbootsmann Wittenberg hatte alle gegen 16.30 Uhr versammelt. Man erzählte ganz ungezwungen kleine, schon erlebte Geschichten, und es kam eine richtige Weihnachtsstimmung auf.
Im Radio wurden gerade die Seeleute auf allen Schiffen der Welt gegrüßt. Die Jungs waren ja noch übler dran. Irgendwo auf den Weltmeeren rumschippern und nicht mal Silvester den Sekt mit der Familie trinken können. Man bedauerte die „armen Schweine“ und trank einen Punsch nach dem anderen, pur, auf ihr Wohl.
Wittenberg hatte noch immer keine Nachricht von seiner Frau. Unbemerkt von allen in der Kantine hatte sich ein uniformierter hoher Dienstgrad hinter die feiernde Gruppe gestellt.
„Meine Herren, lassen Sie sich nicht stören. Fröhliche Weihnachten. Meine Frau und ich haben uns gedacht, Ihnen eine Freude zu machen. Wir haben für jeden von Ihnen ein kleines Geschenk im Auto. Gehen Sie auf die Pier, und holen Sie es sich ab. Meine Frau ist noch im Auto und wird es Ihnen geben.“
„Sie, Wittenberg, warten noch einen Moment!“ All das gerade Gesagte kam aus dem Mund vom „Alten“. „Für Sie, Wittenberg, habe ich noch ein besonderes Bonbon. Ihre Frau hat heute Morgen eine Tochter bekommen. Man hat mich informiert, bevor ich in Oldenburg losgefahren bin. Sie können meinen Wagen nehmen und nach Hause fahren. Ich werde ab sofort Ihre Wache übernehmen.“
Wittenberg war froh, den Punsch bis gerade nicht angerührt zu haben. Er ist eben doch ein Mensch, unser Kapitän, dachte er und machte sich auf den Weg. Auf einem fernen Hafenkran ging gerade ein Lichterbaum an.

Vielen Dank für die schöne Geschichte von Karl Heinz

Kapitel 9 F225 Knacken im Union Jack

Fürs die folgenden zwei Wochenenden hatte die Schiffsführung für jeweils die Hälfte der Maate und Mannschaften eine Fahrt nach London organisiert. Mit einer Übernachtung im Union Jack. Jan war bei der ersten Fahrt mit dabei. Gegen zehn kamen die Busse in der Metropole an. Man wollte sich zuerst im Hotel anmelden um dann den Rest des Tages für Stadtbesichtigungen zu nutzen. Nach einigem Suchen sahen sie es. Ein hohes Gebäude mit einer Marmor- Fassade. Union Jack war dezent in eine bronzene Platte eingraviert. Verspiegeltes Glas, ein Eingang so groß wie bei einem Bahnhof mit einem Uniformierten davor. Dieser hatte nichts anderes zu tun als Gästen die Tür auf zuhalten oder ein Taxi herbei zu winken. „Mannomann, da kriegen wir ja einen tollen Bunker zum Pennen. Da macht es richtig Spaß sich auf die Koje zu freuen“, rief Jan. Alle stürmten auf den Eingang zu. Der Uniformierte fühlte sich überfordert, rümpfte die Nase und hielt die Eingangstür auf. An der Rezeption versuchte einer der Obermaate dem Mann hinter dem Tresen zu erklären wer sie waren und was sie wollten. „We are from the German Navy. We like the have rooms for all sailors. We have to order from our Destroyer Braunschweig yesterday evening. “„Just a moment please“. Der fein gekleidete Mann las in seinem Anmeldebuch. Dann telefonierte er mit irgendjemand. Einige der Leute hatten sich inzwischen ganz ungeniert auf den teuren Ledersesseln niedergelassen und bedienten sich von dem bereit liegenden Gebäck. „Baker, the Gentlemen like to have a room in the Universe Jack. Bring the people there to place, please.“ Baker, ein vornehm gekleideter Butler kam mit würdigem Schritt auf die Seeleute zu. Er sah fast so aus wie sein Kollege Martin aus Kulenkampff`s Fernsehsendung. Mit einer Handbewegung, ohne eine Miene zu verziehen, ohne ein Wort, deutete er den wartenden an ihm zu folgen. Er führte sie zu einem Lieferanteneingang der in diesem Fall als Ausgang diente. Mit gezielten Schritten ging es von der Lieferantenstraße durch mehrere Nebenstraßen. Jan blickte sich noch einmal um, vom Marmorpalast war schon nichts mehr zu sehen. Nach einer viertel Stunde Fußmarsch deutete der Butler auf ein Gebäude der gegenüberliegenden Straßenseite. „Sir`s, the Universe Jack. Have a lot of fun“. Würdigen Schrittes, mit einen breiten Grinsen, kehrte er zu seinem Nobelschuppen zurück. Nun klärte sich auch alles auf. Man hatte tatsächlich die Übernachtung im Universe Jack angemeldet. Hier war kein feiner Butler der einem die Tür aufhielt. Auch von Marmor und sonstigem Protz war nichts zu sehen. Ein einfacher schummriger Holztresen bildete den Empfang. Nach dem dritten klingeln kam endlich ein alter glatzköpfiger Opa aus seinem Verschlag und fragte was sie wollten. „OK Sailors, the second floor is yours. You brought no key, here is twenty for hours open. Come on, I show you the bedroom.“ Im zweiten Stock waren nur zwei Türen, eine ging zu einem Massenduschraum, die andere in einen großen Gemeinschafts-Schlafraum. Einhundert Pritschen zählte Jan. „Da haben die uns mal wieder angeschissen mit ihrer angeblichen Fürsorge für die Besatzung. Dies ist nur eine einfache Unterkunft für Seeleute, die hier nur ein bis zwei Nächte pennen wollen. Na besser als heute Abend nicht zu wissen wo wir knacken können“, rief Biggert. „Ich schlage vor, wir trennen uns in kleine Gruppen auf und kommen in der Nacht hier selbständig wieder an die Burg.“

Die Leute mit denen Jan loszog kauften sich jeder ein Tagesticket für die U-Bahn. Dann fuhren sie von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Hyde Park, Picadillicirkus, Big Ben, Tower Bridge, Downingstreet No. 10 und vieles mehr. Spät am Abend kamen sie alle ziemlich erschöpft wieder im Hotel an. Im Schlafraum war nur eine kleine nicht ausschaltbare Notbeleuchtung an. Die ganze Nacht über kamen irgendwelche Leute mit Radau an und suchten sich eine Koje. Jan wachte morgens neben einer Gruppe Schwarzer auf.

Der Tag verlief wie der vorherige, Sehenswürdigkeiten bestaunen und abends mit dem Bus zurück nach Portland.

Kapitel 8 F225 Rick besorgt Guinness

Noch einige Seemeilen entfernt konnte man die Steilküste von Südengland sehen. Jan registrierte weiße hohe Klippen. Die Spitzen waren in einen warmen roten Ton der aufgehenden Morgensonne gehüllt.

Die Engländer wollten keine Zeit verlieren und ließen sich vor der Küste mit einer Barkasse an Bord bringen. Bei einer Musterung erklärten sie den Ablauf der nächsten drei Wochen. Sie würden jeden Morgen um acht an Bord kommen. Dann würde man in den Kanal rausfahren und Manöver üben. Gegen sechzehn Uhr wäre man wieder im Hafen von Portland. Der IO fügte noch an, im Hafen wäre normale Bordroutine und alle wachfreien Leute hätten Ausgang bis zum Wecken.

Alles was sich die Besatzung in den letzten Monaten angeeignet hatte, Feuerbekämpfung, Personen retten, Helotransfer, Versorgung in See, im Konvoi mit anderen Schiffen fahren usw. wurde unter Prüfungsbedingungen geübt. Jan hatte für sich den Eindruck, dass die Besatzung gute Ergebnisse erzielte.

Abends ging er mit seinen Leuten in die nahen Hafenpubs. Um zweiundzwanzig Uhr war in diesen Pubs immer Sperrstunde. Die Zeit vom Feierabend an Bord bis dahin verging immer schnell. Ein Ginnes und noch ein Ginnes. Dieses schwarze englische Bier schmeckte erst wenn man einige Gläser intus hatte.

Donnerstag der ersten Woche hatte sich der Hauptgefreite Rick einige six packs von diesem Bier in einem Laden am Hafen besorgt. Jan und alle anderen aus dem Deck wurden dann von ihm eingeladen nach der Hafenzechtour noch ein kleines Abschlussbierchen im Deck zu trinken. Alle tranken auch noch eine Dose von diesem schwarzen Zeugs, konnten dann aber nichts mehr runterkriegen. „Brr, widerlich“, war der allgemeine Kommentar. Rick meinte, “das Bier ist nun hier, wer weiß was morgen ist. Wenn ihr nicht mehr mögt, dann trinke ich das alleine aus.“ Gegen Mitternacht hatte er seinen Vorsatz auch vollstreckt.

Noch in seinen Privatklamotten wollten ihn die anderen am nächsten Morgen wecken. „Los Rick, steh auf, du kriegst Ärger.“ „Lasst mich in Ruhe. Weckt mich erst nach dem Frühstück. Ich muss noch etwas knacken.“ Und schon war er wieder im Reich der Träume. Kurz vor der morgendlichen Musterung versuchten sie es noch einmal. „Los steh endlich auf, die Engländer sind gleich da. In fünf Minuten ist Musterung.“ Biggert war gerade auf dem Weg zum Klo als er die Unruhe im Deck mitbekam. „Ich gebe ihnen den Befehl auf zu stehen. Sie haben von nun an eine Minute Zeit. Dann folgen Maßnahmen.“ Etwas leiser wandte er sich an den nächststehenden. „Los das tragbare Nebelhorn holen. Beeilung.“ Rick war schon wieder eingeschlafen. „Hauptgefreiter Rick, letzte Warnung. Stehen sie sofort auf. In Zwei Minuten ist Musterung. Ich sorge persönlich dafür, dass sie dann oben sind. Also, aufstehen.“ „Fick dich ins Knie. Ich stehe nicht auf, Obermaat.“ Das Nebelhorn wurde direkt neben Ricks Koje in Position gebracht. Mit einer Handkurbel brachte man den Sirenemechanismus in Bewegung. Ein hochfrequenter, sich langsam an Intensität steigernder Ton ließ alle Anwesenden erstarren. „Stehen sie auf oder ich lass volle Pulle drehen?“ „Obermaat du bist ein Sadist ohne sondergleichen. Ich stehe auf. Ihr müsst mich aber stützen, alleine kann ich mich nicht auf den Beinen halten.“ „Na also, geht doch. Wer saufen kann, kann auch aufstehen. Alte Naviweisheit.“ Durch den Bordlautsprecher kam die Durchsage, dass die Musterung an diesem Morgen ausfällt. Als Rick wieder nüchtern war entschuldigte er sich bei Biggert.

 

Fremde Götter

Mythen- Traditionen- Seemannsgarn und Aberglaube in der alten Marine.

Heute: Mythen und Tradition

Du sollst keine fremden Götter neben Dir dulden

Wirklich?

wir Seeleute dulden nur eine Gottheit neben uns,
unseren Gebieter
unseren Heilbringer
unser Beschützer………….nee nicht den Vorpickfahrer!
unseren Retter
unseren Schutzherrn
unseren Rittmeister

The one and only

Den Herrscher über alle Meere, Seen und Flüssen Tümpel, Teichen, Bilgenwasser Bierpfützen …..und sonstigen Flüssigkeiten.

Alleinherrscher über allen Tritonen, Nixen Seeteufel, Quallen, Fische, Witwen und Weisen……äääääääääääh

Stifter der hohen Orden des Dreizacks
Verfasser des Flunder-Evangeliums

Helfer und Beschützer aller braven Seeleuten und Seeziegen.

Ihre kennt Ihn…ihr wisst wer gemeint ist …es kann nur einen geben!

Neptunus NEPTUN!
vom indogermanischen Wort für Nässe und Feuchtigkeit

testFoto Bordgemeinschaft
Hier eines der ganz wenige Bilder die unseren Schutzherrn Neptun mit seiner holden lieblichen Gemahlin Amphitrite zeigen.

Neptun wurde als Sohn der Haupttitanen Kronos und seiner Mutter Rheia geboren. Geburtsdatum und Ort sind unbekannt. Seine Geschwister waren der unglaubliche Zeus und Hades, sowie Hera und Asphaleios.

Neptun wuchs behütet im Unterwasserkristallpalast nahe der Insel Rodos auf.

Er teile sich mit seinen Brüdern die Herrschaft über die Welt, wobei er für die Herrschaft über die Meere und allen bewegten Flüssigkeiten zuständig war, was seine Vorliebe für ausgedehnte Badewannensitzungen und Reinigungsritualen zugute kann
„ dazu später Meer “

In seiner Funktion als Meeresgott ward er auch als Schutzherr der getauften Seefahrer und der Herr über Sturm und Flaute

Er galt als der schlechtgelaunte, schwermütige und gierige Gott unter den Göttern.

Unveränderliche Kennzeichen: mit Bart, meist halb bekleidet oder nackt, den Dreizack als Symbol seiner Macht in der Rechten oder auch Linken.

Zu seiner Seite wurde ihm die liebliche und immer stark behaarte Amphitrite gestellt, „siehe oben“ wobei interne Stellen des Unterwasserkristallpalasts auch von Liebschaften mit Aithra und Medusa berichten.

Lange hielt sich der Glaube, das Neptun mit der Thetis verheiratet sei, auch in der Marine und Bundesmarine findet sich oft und fälschlicherweise der Name Thetis als Gemahlin des Neptun.

Richtig ist, dass Neptun in jungen Jahren ein oder auch zwei Augen auf Thetis geworfen hatte, wobei ihm aber dringend von einer Affäre und einer Verbindung mit Thetis abgeraten wurde.„Orakel„

Aus der Liebe zu Amphitrite ging u.a. Triton als Sohn des Neptun hervor.

Seine Hobbys sind Berge spalten und Quellen entstehen lassen.
Auch hatte es einen heiden Spaß daran, einen gewissen Odysseus, über die Meere schippern zu lassen und 10 Jahre keinen Hafenliegeplatz zu vergeben.

Sei größtes Hobby und Leidenschaft aber spiegelt sich in seinem Lebensmotto wieder. „Sauber muss er, sein sauber“

So manche Seele an Bord deutschen Schiffe der Kriege, der Zerstörerschiffe und insbesondere der Fregattenschiffe, haben seinen Namen gepriesen, hinter verschlossenen Schoten und Lucken geflüstert, haben ihn bei Sturm gebetet und gebettelt, von Norden nach Süden fahrend angefleht, beim Überqueren seiner heiligen Linie herbeigesehnt und sich gewünscht, das er erscheinen möge und sie vom zentnerschweren Dreck der nördlichen Halbkugel zu befreien,…………aber das ist eine andere Geschichte-

ihr ungetauftes Pack

neptun

Es gibt die Lebenden.
Es gibt die Toten,
und es gibt die Getauften……………….!
OBtsm Berghorn

Kapitel 7 F225 Angeordnete Seedusche

Am sechsten Januar sollte es losgehen. Jan wusste, dass seine Tante Ingeborg und sein Onkel Herrmann, am fünften Januar Silberhochzeit hatten. Schon vorausplanend für dieses Familienfest reichte er noch am Nachmittag ein schriftliches Gesuch beim STO ein. Er bat darum vom fünften abends bis zum nächsten Morgen Ausgang zu bekommen. Grund: Silberhochzeit in der Verwandtschaft. Dem Gesuch wurde am vierten Januar dann auch stattgegeben. Vorher aber ging es wie angekündigt erst einmal für drei Wochen nach Portland.

Draußen tobten schon die Herbststürme als die Fregatte The Isle of Wight südlich passierte. Die Fregatte machte viele Schlingerbewegungen und das Betreten des Oberdecks war verboten. Biggert und die inzwischen schon zu Obergefreiten ernannten Rammers und Webau hatten in dieser Nacht Wache. Die Obergefreiten machten, wie immer geübt, jede Stunde ihre Runde durchs Schiff. Gegen drei Uhr kam ein Anruf von der Brücke. „Obermaat schicken sie ihre Leute aufs Achterschiff. Durch den Sturm hat sich eine Rettungsinsel aus der Halterung gelöst. Wir haben sie nun an der Leine im Schlepp. Durch die Seewassereinwirkung wurde der Blinkmechanismus aktiviert.“ Rammers und Jan legten sich ihre eigenen Schwimmwesten an und gingen zum Achterschiff. Die Fregatte kippte weit nach Steuer- und Backbord. Beim hinteren Steuerbordausgang öffneten sie den Schott. Wie auf Kriegsschiffen üblich, ging sofort die ganze Beleuchtung bei diesem Deck aus. Draußen war die Hölle los. Ein Brecher nach dem anderen rollte über das Achterschiff. Sehen konnte man draußen nichts. „Die können uns am Arsch lecken. Bei diesem Seegang gehen wir da nicht raus. Diese blöde Rettungsinsel können wir auch heute Morgen in Portland einholen. Komm wir gehen zu Biggert zurück“, rief Jan gegen das Sturmgetöse. Sie wollten gerade wieder das Schott zu ziehen als eine riesige Welle die Fregatte überrollte. Jan war mit seinen Armen draußen am Vorreiber des Schotts und wollte es zuziehen. Da wurde er vom Wasser erfasst und rausgerissen. Am hundert Millimeter Turm vorbei wurde er mit unbändiger Gewalt fort gerissen. Wenige Sekunden später ein abruptes Abbremsen an der Heckreling. Mit aller Kraft konnte er sich festhalten. Es dauerte unendlich lange bis ihn der Brecher wieder freigab. Schnell schnappte er nach Luft, da hörte er die nächsten Wassermassen heran rauschen. „Verflucht, verdammtes Wasser, bloß nicht los lassen. Du Musst ins Schiff zurück, irgendwie“, waren seine Gedanken.“ Den nächsten Brecher abwarten, dann zum Geschütz, dort an der Geschützreling festhalten und weiter zum Schott. Das könnte hin hauen“, noch einmal überdenken und dann los. Rammers hatte inzwischen die kleine Leuchte am Außenschott eingeschaltet. Immer wenn die See die Sicht für einige wenige Sekunden frei gab konnte Jan sie sehen. Er hangelte sich halb um das Geschütz, wartete den folgenden Brecher ab und suchte die Reling der Aufbauten. Noch zwei weitere schwere Brecher und er war wieder im Schiff. Mit letzter Kraft zogen Rammers und der inzwischen auch anwesende Biggert den Schott zu. Einige hundert Liter Seewasser schwappten zwischen Backbordseite und Steuerbordseite hin und her.

„Seid ihr da oben verrückt geworden? Verdammt noch mal. Macht das nicht noch einmal – meine Leute bei so einer See aufs Achterschiff zu jagen. Noch was, schickt mir sofort den Doktor her, mein Obergefreiter hat sich den Fuß verstaucht. Beeilung!“ Biggert hatte den STO angerufen und dieser hatte sofort nachdem er sich vor Ort informiert hatte die Brücke eingenordet. Der Schiffsarzt kam und versorgte die Schwellung. „Diese Nacht haben sie wach frei. Kommen sie heute Morgen ins Sprechzimmer. Wahrscheinlich ist dann alles wieder in Ordnung.“

Die Teufelssalbe des Doc zeigte ihre Wirkung. Der Fuß bekam einen Verband und Jan musste am nächsten Tag wieder am Dienst teilnehmen.